Aus dem Ungarischen von György Buda und Geza Dereky. Tolnais Erzählungen umkreisen das Phänomen der Wahrnehmung: Minutiös spürt er dabei dem untergründigen Kapillarsystem der Sprache nach, das unsere verschiedenen Wahrnehmungen, Erinnerungen, Träume, Erlebtes, Gesehenes und Fiktives verbindet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2002
Ilma Rakusa meint, dass es nicht zuletzt an Tolnais "schwer übersetzbarer Diktion" liegt, dass der in Ungarn sehr bekannte Schriftsteller erst jetzt mit diesem Erzählungen auf Deutsch zu lesen ist. Sie preist die "Nachdichtung" der beiden Übersetzer und ist überhaupt von den 4 Erzählungen hingerissen, deren drastische "Anti-Idyllen" sie an Herta Müller erinnern. Die Rezensentin lobt die Authentizität der Geschichten, wobei sie betont, dass die Schilderungen bei allem alltäglichen Schrecken, deren "Archaik ans Gewalttätige grenzt", einen "Rest Poesie" nicht verbergen können.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…