Aus dem Finnischen von Klaus und Kaija Reichel. Seit 1933 bis 1944 gab es eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen der finnischen Staatspolizei VALPO und der deutschen Gestapo, die während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam gegen Juden, Kommunisten und Partisanen vorgingen. Dies und die Entdeckung eines bisher weder von Staatsanwaltschaft noch von der Geschichtswissenschaft entdeckten Sondereinsatzkommandos, welches im nicht besetzten Finnland operierte, ergeben zusammen eine Sensation, die unser Bild vom vermeintlich sauberen Krieg im Norden gänzlich auf den Kopf stellt. Erschreckend wird so auch demonstriert, wie demokratisch legitimierte Regierungen totalitär ausgehebelt werden können, wenn Institutionen wie Armee oder Geheimdienst eigene, illegale Wege gehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2011
Die zeitlose Erkenntnis, dass selbst eine Demokratie wie Finnland im Zweiten Weltkrieg nicht gefeit war gegen die Duldung von Unrecht, nimmt der Rezensent mit aus der Lektüre von Oula Silvennoinens Buch über die deutsch-finnische Waffenbrüderschaft seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Aufgabe, mit einer Darstellung über die Auslieferung jüdischer Flüchtlinge an die Deutschen eine Forschungslücke zu schließen, erweitert der Autor laut Rolf-Dieter Müller um ein gutes Stück, indem er den Alltag an der finnischen Ostfront beschreibt und hinsichtlich des deutschen Sonderkommandos untersucht. Auch wenn Silvennoinen das Ausmaß der finnischen Kollaboration und die Opferzahlen nicht eruieren kann, innerhalb der finnischen Geschichtsschreibung, so vermutet der Rezensent, wird dieses Buch Erschrecken ausgelöst haben.
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