Lenka Sindelarova

Finale der Vernichtung

Die Einsatzgruppe H in der Slowakei 1944/1945
Cover: Finale der Vernichtung
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013
ISBN 9783534259731
Gebunden, 352 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Im Herbst 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie und der Niederlage der Heeresgruppe Mitte gegen die Sowjetunion, besetzen die Deutschen nach einem Volksaufstand die Slowakei. Im Gefolge der Wehrmacht marschierte die neu aufgestellte Einsatzgruppe H ein. Ihr vorrangiger Auftrag bestand darin, die Endlösung der Judenfrage in der Slowakei zum Abschluss zu bringen und gegen alle Gegner des III. Reiches vorzugehen: Mehr als 14 000 Juden deportiert oder auf slowakischem Boden ermordet, Roma, festgenommene Partisanen und Aufständische wurden zu Opfern von Hinrichtungen. Slowaken ließen sich dabei als willfährige Helfershelfer der Einsatzgruppe H rekrutierten. Besondere Aufmerksamkeit richtet die Darstellung auf das Führungspersonal der mindestens 700 Mann zählenden Einsatzgruppe H. Die meisten Angehörigen der Einsatzgruppe fanden später ohne größere Probleme Aufnahme in der deutschen Nachkriegsgesellschaft - in der BRD wurde ein einziges Urteil zur Einsatzgruppe H gefällt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2013

Als sehr soliden Beitrag zur Erforschung der deutschen Besatzung in der Slowakei und der Aufarbeitung dieser Zeit im Nachkriegsdeutschland stuft Rezensentin Kerstin S. Jobst diese Studie von Lenka Sindelarova ein. Die Verbindung von slowakischer, deutscher und juristischer Perspektive im Blick auf Fragen zum Befehlsnotstand, zu den Überzeugungen und dem Bildungsstand der Täter sowie betreffend einzelne Täterbiografien empfindet Jobst als erkenntnisfördernd. Ausdrücklich lobt sie die Rechercheleistung der Autorin in Bezug auf tschechische und slowakische Quellen. Dass ihr die Arbeit im besten Sinn konventionell erscheint, hat auch mit ihrer Lesbarkeit zu tun und damit, dass die Autorin eher bestehendes Wissen um die Brutalität der Einsatzgruppen bei der Durchsetzung der Rassenideologie bzw. die Ignoranz der Justiz stützt, als dass sie jenseits vertrauter Positionen arbeitet. Letzteres hätte die Autorin für Jobst allerdings gerne hin und wider tun dürfen.
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