Owen Rees

Eine unerzählte Geschichte der Antike

Auf den Spuren vergessener Orte - von Britannia bis Vietnam
Cover: Eine unerzählte Geschichte der Antike
Aufbau Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783351041892
Gebunden, 411 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karin Schuler. Die Antike, das ist für uns die Akropolis in Athen und das Kolosseum in Rom. Doch die spannendste Geschichte spielte sich fernab der kulturellen Machtzentren ab: an den Rändern der bekannten Welt, wo Identitäten aufeinanderprallten und kulturelle Kreuzungspunkte entstanden. Wie sah der Alltag dort aus? Owen Rees nimmt uns mit nach Volubilis, eine Berbersiedlung in Marokko, nach Co Loa im Tal des Roten Flusses in Vietnam und zu den Grabstätten im Rift Valley in Kenia. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2026

Der hier rezensierende Althistoriker Uwe Walter würdigt das Buch des britischen Kollegen Owen Rees als anregende Reise durch dreizehn Orte an den Rändern der antiken Welt: vom Turkana-See in Kenia bis nach Vietnam. Rees wolle zeigen, dass schon die Rede von der Peripherie "ein falsches Bild" erzeuge, und bringe mit "detektivischem Spürsinn" archäologische Befunde zum Sprechen, die näher an der Wirklichkeit seien als die von elitären Vorurteilen geprägte hohe Literatur, erfahren wir. Der Kritiker folgt dem kaleidoskopischen Ansatz mit Interesse, meldet aber Einwände an: Manches bestätige letztlich das alte Bild von Machtzyklen zwischen Zentrum und Peripherie. Von den "großen Fragen" nach Herrschaft und politischer Organisation erlösten uns diese Geschichten "ganz normaler Menschen" freilich nicht, schließt Walter. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 19.01.2026

Der britische Historiker Owen Rees hat sich zum Ziel gesetzt, die Antike abseits ihrer Machtzentren zu zeigen, hält Rezensent Wolfgang Stenke fest. Der Dichter Ovid zum Beispiel wurde an die Schwarzmeerküste ins heutige Rumänien verbannt, seine Klagen über diesen Ort machen deutlich, wie die Römer oft auf die Ränder ihres Imperiums blickten. Rees nimmt antike Quellen ebenso zur Hand wie Ausgrabungsfunde und zeigt daran, wie so gegensätzliche Kulturen wie Ägypter und Nubier in engem Kontakt standen und sich vermischten, dass Handel bis nach China betrieben wurde und dass ausländische Soldaten auch das römische Bürgerrecht erlangen konnte, schildert der Kritiker. Ihm gefällt, dass der Autor hier ein gut lesbares, materialgesättigtes Buch vorgelegt hat. 

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