Aus dem Englischen von Rita Gravert und Caroline Weißbach. Das Römische Reich endlich aus weiblicher Sicht. Lasst uns das Drehbuch des Römischen Reiches zerreißen: Genug von Brüdermördern, Frauenräubern und Kriegsspektakel! Die Geschichte Roms ist so viel mehr: Mit Emma Southon entdecken wir, wie die Sexarbeiterin Hispala Faecenia eine Verschwörung aufdeckt, wir lernen die klügste Geschäftsfrau von Pompeji kennen, während wir die wunderbare Aussicht auf den Vesuv genießen (was kann da schon schiefgehen?), und wir begleiten Septimia Zenobia, die - nachdem sie mit ansehen musste, wie inkompetente, psychopathische und inkompetent-psychopathische Kaiser das Imperium fast zerstörten - das einzig Logische tut: Sie erklärt sich selbst zur Kaiserin ... Southon folgt 21 Frauen in Krieg, verbotener Liebe und Naturkatastrophen (sowie der einen oder anderen bacchantischen Orgie) und zeigt uns ein neues Gesicht des Reiches, das wir so gut zu kennen glaubten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 28.12.2024
Rezensentin Laura Helena Wurth freut sich darüber, in diesem Buch das Römische Reich einmal von einer anderen Seite präsentiert zu kommen. Es geht bei Emma Southon nämlich nicht, erfahren wir, um Feldherren und bahnbrechende Erfindungen, sondern um die Lebensläufe von 20 Frauen, die die Autorin akribisch aus allerlei Quellen zusammengetragen hat. Als Beispiele, um die es im Buch geht, nennt Wurth unter anderem Hersilea, die erste Römerin, die als solche anerkannt wurde, oder auch Iulia Felix, die vermutlich weitaus mehr Einfluss in der Geschäftswelt hatte, als das römischen Frauen in der Geschichtswissenschaft für Gewöhnlich zugestanden wird. Insgesamt zeigen die präsentierten Lebensläufe der Kritikerin, dass Frauen im alten Rom nicht immer so unselbstständig waren, wie man gemeinhin denkt. Auch mit Blick auf eine kommende Historisierung unserer eigenen Gegenwart ist das eine tolle Akzentverschiebung, findet die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.12.2024
Frauen im römischen Imperium? Gerade sechs werden in den Quellen zu den ersten 600 Jahren namentlich erwähnt. Am Ende findet die britische Historikerin Emma Southon immerhin 21, die die Geschichte des römischen Reiches ausschließlich aus ihrer Perspektive erzählen. Das Ergebnis: "Geschichte als Soap Opera", staunt Rezensentin Andrea Roedig und bekennt, dass das Buch für sie sie trotz des manchmal anbiedernden Tons ein Augenöffner war: Wie frauenfeindlich die Römer aber auch die Historiker die Geschichte des römischen Lebens beschrieben haben, das schließlich "nie ausschließlich weiß, westlich oder männlich und nie perfekt" war, wie Roedig die Autorin zitiert, das hat sie bei der Lektüre verstanden.
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