Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Rumiz sucht nach den Wurzeln eines offenen, barmherzigen und in die Zukunft gerichteten Europa - und findet sie in den Klöstern der Benediktiner.Der Wanderer Paolo Rumiz spürt den Jüngern des heiligen Benedikt von Nursia, dem Schutzpatron Europas, nach. Er besucht sie in ihren Abteien im Veneto, in der Lombardei, in Südtirol, in der Schweiz und in der Normandie, in Bayern, Belgien, Niederösterreich und Ungarn. Er spricht mit den Ordensleuten und findet in ihren Prinzipien eine positive Kraft - gerade heute, da Abgrenzung und Abschottung die Utopie der Gründer zu zerstören drohen. Europa, über Jahrhunderte geprägt von Invasionen und Migrationswellen, muss ein Raum der Gastlichkeit bleiben. Ein Raum, der auf ein menschenwürdiges Wirtschaften und der Hände Arbeit baut, auf die Freude an der Gemeinschaft, den Respekt gegenüber der Natur und vor allem auf Barmherzigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.04.2020
Hier lässt Rezensent Thomas Steinfeld das Lesepublikum ein wenig ratlos zurück. Gerne gelesen hat er die Berichte des italienischen Journalisten aus sechzehn europäischen Benediktinerklöstern schon - besonders die Beschreibungen des Erwanderns von Landschaften. Und auch die Geschichte der Benediktiner, wie sie hier entfaltet wird, hat ihn ungemein interessiert: ihr Kolonialwerk, also ihre landwirtschaftliche Arbeit, die teils auf das ansonsten verschmähte klassische Erbe zurückgriff, das Anlegen von Kulturen und Verkehrswegen und ihr vom Zentralismus der katholischen Kirche eher am langen Zügel gehaltene Frömmigkeit. Der Kritiker bestätigt Paolo Rumiz durchaus, Grund genug zur Kritik an der Gegenwart zu haben und er sympathisiert damit. Wie aber die archaische Lebensform des "Bete und arbeite" der nicht immer nur sympathischen Mönche für das heutige Italien oder sogar Europa vorbildlich sein könnte - und mehr noch: in welcher Weise es das für den Autor schon ist -, sagt uns der Kritiker leider nicht.
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