In seinem "Stundenbuch" antwortet der ehemalige Mönch Anselm Bilgri auf die Fragen unseres weltlichen Alltags. Das benediktinische ora et labora, das Gleichgewicht von aktivem Leben und innerer Ruhe, ist für Anselm Bilgri auch nach seinem Abschied von Kloster Andechs das wertvollste Instrument der Lebensgestaltung. Ursprünglich halten die Mönche viermal am Tag Besinnung und geben so dem Tag, der Woche, dem Jahr einen Rhythmus, jenen Wechsel von An- und Entspannung, der sie die Zeit bewusster erleben läßt. Bilgri bedient sich der alten Form des Stundenbuchs, um jenen Rhythmus für uns nachvollziehbar zu machen. Dabei setzt er sich mit dringlichen Fragestellungen und Themen unserer Zeit auseinander und gibt sehr persönliche Denkanstöße: Um welche Werte jenseits der materiellen geht es? Worin zeigt sich Gott heute? Ist das Schicksal eines Menschen unabänderlich vorbestimmt?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.05.2006
Ein Buch zuviel, meint Rezensent Karl Forster, der seine maliziöse Kritik in einem Zweispalter in vollen Zügen auskostet. Schon das zweite Wort "Ich" lasse den Geist des ganzen demutslosen Unternehmens erkennen. Immerhin, so der Rezensent, erkläre Anselm Bilgri verständlich, was ein Stundenbuch ist und wie dieses Genre entstand. Aus Versehen oder mit Absicht erwähne Bilgri dann aber auch Kollegen dieses Metiers wie Gerhard Polt, Hermann Hesse oder Ingeborg Bachmann, deren bloße Nennung ein ungünstiges Licht auf sein eigenes offenbar nicht konkurrenzfähiges Unternehmen werfe. Der Rezensent zitiert mit Freude dann auch einige vermeintliche Glanzstücke Bilgrischer Lebensweisheit, um dem Leser das Gefälle vor Augen zu führen.
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