Unsere heutige politische Ordnung ist nicht nur das Ergebnis von gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen. Sie ist wesentlich von dem Denken geprägt, das diese Entwicklungen bald kommentiert, bald kritisiert, bald auch provoziert. In zwölf Porträts und acht Miniaturen stellt der Philosoph Otfried Höffe die großen politischen Denker von der Antike bis ins 20. Jahrhundert vor.
So sehr sich die politischen Verhältnisse gewandelt und die Debatten sich geändert haben - viele Fragen sind die gleichen geblieben, auch wenn sie sich in neuem Zusammenhang stellen: Wie funktioniert ein Gemeinwesen; welche Strukturen und Hierarchien herrschen in ihm vor? Wie erwirbt man Macht; wie erhält oder stürzt man sie? Unter welchen Bedingungen ist politische Herrschaft gerecht? Solche Fragen haben sich schon Platon und Aristoteles, Machiavelli und Hobbes, Kant und Hegel gestellt. Ihre Werke wenden sich nicht bloß an akademische Zunftgenossen, sondern ebenso an die Öffentlichkeit ihrer Zeit. Und dank der Originalität, Radikalität und Konsequenz ihrer Gedanken sind zahlreiche Begriffe, Prinzipien und Argumentationsfiguren dieser Denker bis heute aktuell.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.01.2017
Rezensent Otto A. Böhmer überzeugen Otfried Höffes Einlassungen zur Geschichte des politischen Denkens durch klare Sprache und stupendes Wissen. Die Porträts und Miniaturen zu politischen Denkern wie Platon, Dante, Rousseau, Hegel oder Marx, die der Band vereint, lehren den Rezensenten, dass politisches Denken stets neu ansetzt, aber stets auch auf Bewährtes rekurriert. Die Frage nach dem Fortschritt hin zu einer besseren Welt wird dabei neu gestellt, meint Böhmer. Das Buch des "großen realitätsgeschulten Idealisten der Freiheit" Höffe aber macht ihm durchaus Hoffnung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2016
In seinem neusten Buch tut der Philosoph Otfried Höffe nichts geringeres als jene Denker und Ideen zu porträtieren, die ihn als einen der bedeutendsten Philosophen des 21. Jahrhunderts, so Rezensent Georg Kohler, immer wieder dazu befähigen, auf die geistige Situation der Gegenwart und ihre Anforderungen philosophisch zu reagieren und eine Philosophie zu betreiben, die fähig ist, ein "zeitadäquates Leitbild für die Politik" der Moderne zu liefern. Über Platon, Cicero, Machiavelli, Kant und viele weitere gelangt er schließlich zu seiner zentralen These, die vielleicht mehr Hoffnung ist als These: Dass es die Errungenschaften der letzten hundert Jahre, die Demokratie, den modernen Rechts- und Verfassungstaat auf jeden Fall zu erhalten und weiter zu entwickeln gilt. Hier kann der ehrfürchtige Rezensent nichts mehr einwenden.
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