Fulvia ist Schlangenzüchterin und sonst sehr nett. Das jedenfalls findet Guber, ein ambitionierter, wenn auch mäßig erfolgreicher Krimiautor, als er Fulvia im Schlangeninstitut besucht. Er recherchiert gerade Gifte für einen Mord. Es sollte etwas möglichst Originelles sein. Denn sein Verleger ist in letzter Zeit ziemlich unzufrieden mit den Manuskripten. Fulvias Charme ist allerdings nicht völlig selbstlos. Sie interessiert sich für Kriminalfälle, weil sie selbst ein kleines Problem hat: Sie versucht seit einiger Zeit, bisher erfolglos, ihren Mann Ronald umzubringen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
In einer schwungvoll geschriebenen Rezension fasst Kyra Stromberg zunächst sehr unterhaltsam den Inhalt der Geschichte zusammen. Dabei findet sie Melos Roman - abgesehen von den Nebenfiguren und Dialogen - so witzig gar nicht. Sie bemerkt durchaus den "spöttisch-kritischen Blick", den die Autorin hier auf die brasilianischen Verhältnisse werfe, auch wenn dieser Blick nicht ganz so "düster" sei, wie in Melos Erstlingswerk "O Matador". Stromberg findet das Buch spannend wie einen Krimi - obwohl es trotz der Morde kein Krimi ist. Denn Morde müsse man hier gar nicht groß verstecken: Man begeht sie, verdrängt und vergisst sie, und die Gesetzeshüter drücken auch ein Auge zu. Melos Blick auf die brasilianische Gesellschaft ist in Strombergs Augen nicht mehr als "knapp wohlwollend".
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