Aus dem Amerikanischen von Reinhold Böhnke. Als der Geschichtsprofessor Jeremy O'Keefe nach zehn Jahren aus Oxford in seine Heimatstadt New York zurückkehrt, um dort an der New York University zu unterrichten, gerät er in einen Sog seltsamer Vorfälle: Eine Studentin kommt nicht zum verabredeten Treffen, später stellt er verdutzt fest, dass er selbst die Verabredung abgesagt haben soll; ein ihm unbekannter junger Mann behauptet, ihn zu kennen; eine Reihe Pakete erreichen ihn, mit den Ausdrucken seiner Telefonverbindungen und seines Mailverkehrs der letzten Monate; der mysteriöse junge Mann taucht immer wieder auf - O'Keefe fühlt sich verfolgt, kann die Geschehnisse nicht zuordnen. Ist jemand hinter ihm her? Spielt ihm jemand einen bösen Streich? Wird er überwacht? Oder wird er einfach verrückt? Nach und nach stellt sich heraus, dass der Ursprung dieses Rätsels in O'Keefes Zeit in Oxford begründet liegt.Ein stilistisch herausragender, hochintelligenter Roman über Erinnerung, Verdrängung und das, was geschieht, wenn unsere Vergangenheit uns einholt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2017
Patrick Flanery spinnt in seinem Roman "Ich bin niemand" ein Netz aus Angst um all seine Figuren und erschafft eine Geschichte, die gesellschaftskritisch und gleichzeitig sehr amüsant ist, freut sich Rezensent Tilman Urbach. Protagonist ist der Historiker Jeremy, er bezeichnet sich selbst als Person ohne Eigenschaften, einen "Niemand", entwickelt sich aber im Laufe des Romans zu einem "Jemand", weil ihm Flanery durch Einflüsse von außen Kontur verleiht, wie Urbach versichter. "Ich bin niemand" ist eine Mischung aus Spionage-Thriller und Porträt der realen paranoiden Überwachungsgesellschaft Amerikas, die in Angst vor dem Terror lebe. Die einzige Schwäche dieses Romans sieht der Rezensent in der passiven Nachdenklichkeit von Jeremy, die sich arg hinziehe und das Lesen nicht unbedingt abwechslungsreich mache.
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