Aus dem Englischen von Katrin Krips-Schmidt. Böse Kinder gibt es nicht. Kaum auf der Welt, haben sie schon ein feines Gespür für Gut und Böse. In Langzeitstudien konnte Paul Bloom beobachten, wie die ganz Kleinen bereits Gefühle wie Mitleid, Schuld und Scham zeigen, gutes Verhalten bei anderen belohnen und schlechtes bestrafen. Der renommierte Entwicklungspsychologe der Yale University führt aus, wie sich das angeborene Mitgefühl weiterentwickelt und wie Eltern und Erzieher die natürlichen Anlagen der Kinder zum Guten und ihren Sinn für Gerechtigkeit zur Entfaltung bringen können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2014
Dass Moral angeboren sei, wie der Autor behauptet und mit einer Menge an Gleichnissen und Studien zu belegen sucht, sieht Stefan Schulz gerade mit dem Autor selbst widerlegt. Weil nämlich der Autor den Mythos der Unfehlbarkeit des amerikanischen Wissenschaftlers (hat es den wirklich je gegebenen?) entzaubert, wie Schulz findet. Dass der Psychologe Paul Bloom dies gegen seinen Willen macht, ist für Schulz der Clou. Indem der Autor bei seiner empirischen Arbeit mit Babys und den eigenen Kindern die in langjähriger Arbeit errungenen, weiterhin aktuellen Erkenntnisse von Lawrence Kohlberg völlig außer Acht lässt, zeigt er für den Rezensenten, dass Moral wohl doch gelernt sein will.
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