Paul Celan

Mikrolithen sinds, Steinchen

Die Prosa aus dem Nachlaß
Cover: Mikrolithen sinds, Steinchen
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783518417065
Gebunden, 950 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Bertrand Badiou und Barbara Wiedmann. Es stehe ihm der "Sinn nach Geschriebenem", äußerte Celan Mitte der fünfziger Jahre, "in dem es nüchterner und zugleich auch ein wenig geräumiger zugeht" als in seinen Gedichten. Nicht allzuviel von derart 'Geräumigem' hat der Dichter selbst publiziert, und manches davon an verstecktem Ort. Der Prosaschriftsteller Celan ist in seiner Vielseitigkeit mit diesem Band erst zu entdecken. Etwa in den frühen Sprachspielen surrealistischer Inspiration. In den bissigen, bitteren Aphorismen: "Gegenlichter" auf jene konkreten Daten, von denen er und seine Gedichte sich herschreiben. Oder in der poetologischen Kritik an Vorurteilen, mit denen seine Gedichtbände gelesen wurden. Zum Erstaunlichsten des Bandes aber gehören "Geschichten" und Dialoge vor dem Hintergrund seines jüdischen Schicksals. Seit Beginn der sechziger Jahre haben wir es mit Texten zu tun, die ihre Zeitgenossenschaft explizit zeigen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2006

Eher für Philologen relevant als für Liebhaber von Paul Celans Lyrik findet Rezensentin Beate Tröger dieses Buch, das einem gemischten Eindruck bei ihr hinterlassen hat. Hauptsächlich nämlich setze sich diese Edition aus dem Nachlass aus disparaten Fragmenten zusammen, aus denen sich nicht in jedem Fall hermeneutischer Gewinn ziehen lasse. Auch warnt die Rezensentin davor, sich vom "äußerenn Umfang" des Buches zuviel zu versprechen. Tatsächlich stünden lediglich 200 Seiten Celan-Prosa einem 800-Seiten-Kommentar gegenüber. Auch ihrer Prüfung der "Selbstetikettierung" des Bandes als "Kritische Ausgabe" hält die Edition nur bedingt stand, da aus Sicht der Rezensentin für eine Kritische Ausgabe deutlich zu viel interpretiert worden ist. Auch das Kommentierungsverfahren findet die Rezensentin wissenschaftlich anfechtbar. Selbst die Auswahl der Texte stößt auf Einwände seitens der Rezensentin, da die Auswahlkriterien ihr "methodisch heikel" erscheinen.

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