Aus dem Italienischen von Friedrike Hausmann. Ausgehend von einem fiktiven Dialog zwischen John Stuart Mill und Karl Marx, stellt sich Ginsborg den notwendigsten Fragen der Demokratie heute. Unsere Demokratien, so sein Fazit müssen dringend reformiert werden. Paul Ginsborg, der Doyen zeitgenössischer italienischer Geschichtsschreibung, analysiert nicht nur, sondern macht auch einen konstruktiven Vorschlag: In seinem Modell der teilnehmenden Demokratie werden lokale politische Praktiken (die ihm aus eigener Erfahrung vertraut sind) mit Verfahren auf der nationalen und supranationalen Ebene verknüpft. Der Krise der Repräsentation und der daraus resultierenden Politikverdrossenheit stellt Ginsborg unorthodoxe Formen der politischen Partizipation der Zivilgesellschaft entgegen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.05.2008
Rezensent Peter Niesen begrüßt Paul Ginsborgs Buch "Wie Demokratie leben", das in der neuen Politik-Reihe des Wagenbach-Verlags erschienen ist. Der italienische Zeithistoriker Paul Ginsborg lege eine Krisendiagnose heutiger Demokratien vor und plädiere für eine demokratisch motivierte Reform aller Lebensbereiche. Niesen attestiert dem Autor, einen weiten Bogen zu schlagen: von Reformen des Privatlebens über die Reorganisation von Unternehmen bis zu Formen politischer Partizipation. Besonders die Ausführungen über Erweiterungen von bestehenden Entscheidungsverfahren durch direkte Beteiligungsformen haben ihn überzeugt. Die Stärke des Buchs sieht der Rezensent darin, dass es das "Genre der partizipatorischen Demokratietheorie" wieder "auf den neuesten Stand" bringe.
Ausgesprochen willkommen heißt Rezensent Gunter Hofmann diese "kurze und komprimierte" Verteidigung der Demokratie in ihrer gegenwärtigen Krise, auch deshalb, weil der in Florenz lehrende Historiker gleich jede Menge Ideen liefert, wie die Demokratie lebendig gemacht werden könne. Überzeugend findet der Rezensent besonders die Vorstellung von der Schaffung eines neuen gesellschaftlichen Gleichgewichts von unten, in der aus Sicht Paul Ginsborgs durchaus auch die Familie eine Renaissance als "Kern" einer funktionierenden Zivilgesellschaft erleben könnte - ebenso wie der "schlafende Riese" Europa mit seinen unterschiedlichen Spielarten der Demokratie.
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