Marcel Lewandowsky

Was Populisten wollen

Wie sie die Gesellschaft herausfordern - und wie man ihnen begegnen sollte
Cover: Was Populisten wollen
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2024
ISBN 9783462006728
Paperback, 336 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Giorgia Meloni in Italien, Donald Trump in den USA, die FPÖ in Österreich und nun auch die AfD in Deutschland: Der Aufstieg des Populismus scheint unaufhaltsam - und die bisherigen Gegenstrategien gescheitert. Was also tun? Seit vielen Jahren nimmt die Zahl der Menschen zu, die populistisch wählen, doch bislang reagieren Politik und Zivilgesellschaft hilflos. Der Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky erklärt das damit, dass ein wesentlicher Aspekt bislang kaum beachtet wird: Viele Wähler sind nicht deshalb so schwer zu gewinnen, nicht weil sie die Demokratie ablehnen, sondern weil sie sich selbst für die wahren Demokraten halten - alle anderen jedoch für Feinde der Demokratie. Der Autor erklärt diesen Konflikt mit der Ideologie und den Methoden des Rechtspopulismus. Populisten erheben ihre Anhänger zur "schweigenden Mehrheit", geißeln die Eliten und zeichnen das Bild einer Demokratie in der permanenten Krise. Sie versprechen ihren Wählern "echte" Demokratie: Wo sie regieren, soll das Volk ungehindert herrschen. Ausgehend von dieser Analyse skizziert das Buch Gegenstrategien, die auf mehreren Ebenen funktionieren. Klar, anschaulich und mit vielen Beispielen aus dem In- und Ausland, zeigt "Was Populisten wollen", wie man der großen populistischen Welle begegnen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2024

Rezensentin Anna Nowaczyk scheint nicht ganz zufrieden zu sein mit Marcel Lewandowskys Versuch, Populismus vom Faschismus zu trennen und als eigenes Phänomen zu betrachten. Dem Buch fehlt es an Trennschärfe, meint sie, etwa wenn der Autor Björn Höcke als Populisten vorstellt. Wenn der Autor allerdings den Populismus als Mittel zum Zweck darstellt und seine Funktionen anhand von Beipielen von Trump bis Aiwanger erläutert, kann die Rezensentin was lernen. Lesen lässt sich das Buch laut Rezensentin gut, die Sprache findet sie schnörkellos und die Anekdoten im Text unterhaltsam.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2024

Rezensent Bernhard Heckler ist eher ernüchtert darüber, was die deutsche Verlagslandschaft gegen den boomenden Rechtspopulismus aufzubieten habe. Die beiden Publikationen "Was Populisten wollen" und "Rechtsextrem, das neue Normal?", die er exemplarisch bespricht, bieten ihm jedenfalls wenig Neues: Die erstgenannte Monografie des Politikwissenschaftlers Marcel Lewandowsky fokussiere sich viel zu sehr auf akademische "Begriffsklärung" und viel zu wenig auf die im Titel doch versprochenen Lösungsansätze, die dann auch noch "bemerkenswert unkonkret" ausfallen, moniert Heckler: In der Politik "Taktiken vermeiden, die den Rechtspopulisten eher nützen als schaden", zitiert er, und als Journalist Aussagen "kontextualisieren" - na schönen Dank auch. Auch der Sammelband "Rechtsextrem, das neue Normal?" komme letztendlich nicht über Lehrstunden zur Rhetorik im Umgang mit Rechtspopulismus hinaus - auch wenn Heckler die Ermahnung der Autorinnen Judith Rahner und Simone Rafael, dass Vergleiche mit Naturgewalten (etwa die AfD als "blaue Welle") eher abträglich seien, sinnvoll findet. Insgesamt sollten AutorInnen sich selbst und der Leserschaft eingestehen, dass aktuell niemand richtig wisse, was effektiv gegen Rechts zu tun sei, und generell vermutet der Kritiker, dass die Zeit wohl sinnvoller in die Erforschung von Lösungsstrategien als in halbgare Publikationen investiert wäre - auch wenn er die beiden Bücher zumindest für einen Überblick in das simple Weltschema rechter Parteien empfiehlt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2024

Rezensent Philipp Schnee ist nicht überzeugt vom Buch des Politikwissenschaftlers Marcel Lewandowsky. Jedenfalls sieht er darin nicht DAS Buch zum Superwahljahr. Das liegt für ihn daran, dass Lewandowskys Kritik am Populismus zu vage bleibt, ja unpolitisch, findet er. Denn: So pointiert der Autor populistische Kniffe wie die Rede von der "Stimme des Volkes" durchleuchte, so wenig differenziert zeigt er die verschiedenen Populismen und ihre Inhalte, findet Schnee. Auch den Unterschied zwischen Demokraten und Populisten vermag ihm der Autor nicht trennscharf herauszuarbeiten. Am besten gefällt Schnee das abschließende Kapitel. Hier versucht sich der Autor an Strategien gegen den Populismus und seine Vertreter: demokratische Polarisierung, auch in der Sprache, rät er.

Buch in der Debatte

9punkt 15.06.2024
Der Politologe Marcel Lewandowsky stellt sich ganz ähnliche Fragen, aber auf die gesamte Gesellschaft bezogen. In seinem Buch "Was Populisten wollen" versucht er den Rechtsruck zu erklären. Er wird ebenfalls in der taz von Dominik Lippe interviewt. Rechtspopulisten behaupten, die "wahre" Demokratie zu bringen, erläutert er. Dabei sieht er kein Kontinuuum vom Rechtspopulismus zum Rechtsextremismus. Unser Resümee

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