Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Von der ersten Spur bis zum Schuss, vom Aufbrechen des Wildes bis zum Verzehr: Pauline de Bok nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Jagd. Ihr Buch ist zugleich eine Reflexion über die Natur des Menschen als Jäger, die Lust am Beutemachen, das Essen von Tieren und die moralische Verantwortung.
Zunächst ist es nur ein Experiment: Um einen Roman zu schreiben, macht Pauline de Bok den Jagdschein. Doch die Jagd weckt etwas in ihr, verändert ihr Leben, sie bleibt Jägerin und zieht sich für ein Jahr in einen umgebauten Kuhstall in Mecklenburg zurück. In dem dort entstandenen Buch berichtet sie von ihrem einsamen Leben inmitten von Feldern, Seen und Wäldern im Rhythmus der Jahreszeiten. Sie beobachtet Wildschweine, Rehe, Damwildrudel, Füchse, Hasen, hält Ausschau nach Wölfen, geht bei Wind und Regen auf Ansitz, beteiligt sich an Drückjagden und verwertet ihre Beute vom Kopf bis zum Schwanz. In ihren Erzählungen erweist sich die Jagd als eine höchst aufschlussreiche Aktivität: Ein Jäger muss sich in die Tiere hineinversetzen, aber er muss sich auch selbst kennen: seine Motive, Fähigkeiten, Schwächen und seinen Jagdinstinkt. Zugleich hält die Jagd einer Gesellschaft den Spiegel vor, die immer mehr Tiere "verbraucht", aber vom Töten nichts wissen will.
Der Kritiker Ijoma Mangold hat die Veröffentlichung des neuen Buchs von Pauline de Bok zum Anlass genommen, die niederländische Schriftstellerin auf den Hochsitz zu begleiten. Dabei plauderten die beiden im Flüsterton über de Boks Faszination an der Jagd, die sie auch in "Beute" schildert. Das Jagen verbindet de Bok mit der Natur, so der Rezensent, man nenne den Jagdschein nicht umsonst das "grüne Abitur". Und doch wird Mangold klar, dass die Autorin nicht die Augen davor verschließt, dass es auf der Jagd um das Töten und die elementaren Emotionen geht, die es auslöst. Damit stößt de Bok für Mangold mitten in "den Graubereich aller moralischen Fragen". Der Autorin geht es dabei immer um die "Frage nach der Condition humaine", zitiert Mangold sie. Beim Jagen fühle sie sich als Tier unter Tieren, das bringe sie einer Antwort näher. Auch der Rezensent spürt am Ende des Gesprächs "alle Sinne angenehm geschärft".
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