Aus dem Russischen von Christiane Körner. Mitarbeit: Oleg Jurjew. Das Leben der Menschen aus der Perspektive zweier junger Hunde: In überscharfen Szenen schildert "Die Welpen" das Russland der Bürger- und Zwischenkriegszeit von den ostsibirischen Wäldern über die moldawischen Melonenfelder bis zum Brennpunkt Leningrad. Gespiegelt im Blick der unschuldigen Welpen fliehen, leiden, rauben und töten die getriebenen Romanfiguren, deren Wege sich in den Wirren der Zeit zufällig kreuzen. Die jungen Hunde als Beobachter lassen die Unmenschlichkeit der Ereignisse in noch grellerem Licht erscheinen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.08.2017
Um Menschen am Rande der Menschlichkeit geht es in Pawel Salzmanns Romanfragment, an dem dieser über die Hälfte seines Lebens arbeitete, ihn jedoch nie abschloss, weiß Rezensentin Ilma Rakusa. Erzählt wird bezeichnender Weise aus der Perspektive von Tieren, hauptsächlich zweier Welpen, deren bildhafte Sprache "lautmalerisch-neologistisch", ihren speziellen Reiz hat, lesen wir. Aus den Beschreibungen einzelner Szenen in Leningrad, Ostsibirien und an der Moldau, ohne verbindenden Handlungsstrang, setzt der Autor ein Mosaik-Bild der Sowjetunion in der Zeit des Bürgerkriegs und kurz danach zusammen, das an einigen Stellen unabgeschlossen, zerschossen wirkt, an anderen wiederum von einer so intensiven Farblichkeit und Plastizität ist, dass man die Kälte, den Schmerz, das Leid am eigenen Körper zu spüren scheint, so die abwägende Rezensentin - am Ende überwiegen die Stärken des übrigens hervorragend übersetzten Buches, das "zu den Hauptwerken der russischen Moderne" gezählt werden muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2017
Kerstin Holm erkennt das Spiegelbild gleich vieler Umbruchsepochen in Pawel Salzmans hier, wie die Rezensentin findet, in kongenialer Übersetzung durch Christiane Körner zu entdeckendem "Kriegsroman". Wie der Autor die schmerzhaften Erfahrungen des 20. Jahrhunderts aus Sicht von Tieren schildert und in eine "filmisch übergenaue" Sprache fasst, findet Holm stark und in der Ausführung meisterhaft. Mensch und Tier als Gesamtnatur auf der Suche nach Nahrung und Liebe, das scheint der Rezensent einzuleuchten.
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