Peer Steinbrück

Das Elend der Sozialdemokratie

Anmerkungen eines Genossen
Cover: Das Elend der Sozialdemokratie
C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406722325
Gebunden, 189 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Die Sozialdemokratie steckt in einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte. Bei den letzten Bundestagswahlen musste die SPD eine herbe Schlappe einstecken. Aber nicht nur sie, sondern fast alle sozialdemokratischen Parteien in Europa sacken in der Wählergunst immer weiter nach unten ab. Was läuft da schief? Peer Steinbrück, streitbarer Sozialdemokrat und Kanzlerkandidat der SPD 2013, sucht in seinen Anmerkungen eines Genossen nach Wegen zu einer erneuerten Sozialdemokratie und nennt mit klarer Kante seine Stichworte: Einhegung des digitalen Kapitalismus, Kampf gegen die wachsende Vermögensungleichheit, Mut zu einer neuen Debatte über Identitätspolitik, Vertiefung der Europäischen Union, mehr Engagement für junge Wähler. Ralf Dahrendorf hat in einem berühmten Aufsatz über das Elend der Sozialdemokratie vor mehr als dreißig Jahren den "dritten Weg" vorgezeichnet, den Bill Clinton, Tony Blair und Gerhard Schröder dann erfolgreich gingen. Steinbrück entwirft nun eine Agenda für die Sozialdemokratie des 21. Jahrhunderts.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2018

Rezensent Markus Ziener ist der Meinung, dass die SPD das Buch von Peer Steinbrück ernst nehmen sollte, selbst beziehungsweise gerade weil es wehtut, was der Autor darin zur Krise der Partei zu sagen hat. Steinbrücks Analyse zeigt eine Fülle von Problemen, stellt Ziener fest, mit dem Verlust der Bodenhaftung durch die Verlegung auf Minderheitsthemen im Zentrum. Den allzu starken Einfluss der linksliberalen Milieus in der Sozialdemokratie bemängelt der Autor laut Rezensent pointiert, schwungvoll und direkt, so wie er spricht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.03.2018

Hans Werner Kilz vermutet, dass sich Peer Steinbrück keine Freunde macht mit seiner neuen Streitschrift. Will er wohl auch gar nicht. Wichtiger ist laut Rezensent sowieso, dass Steinbrück was zu sagen hat und dass er es sagen kann, stilistisch und intellektuell. Lesen sollten Steinbrücks Aufruf zur Erneuerung der SPD alle 463.722 Parteigenossen und -genossinnen, meint Kilz. Dass die Partei überaltert ist, altbacken und strukturkonservativ, erfährt Kilz hier, und wie wenig sie aus ihren Niederlagen gelernt hat. Was der Autor dagegen empfiehlt, erscheint Kilz oberschlau und in seinem Sowohl-als-auch viel zu wenig.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2018

Rezensent Majid Sattar sieht die Problematik eines solchen Buches aus der geschliffenen Feder von Peer Steinbrück. Den Zustand der SPD zu analysieren, scheint ihm der Autor mit seinem Insiderwissen einerseits genau der Richtige, andererseits gelte Steinbrück in seiner Partei als "toxisch". Wenn der Autor also eine verspätete Ursachenanalyse der Niederlage von 2013 liefert, ist Sattar auf das Aufmachen alter Rechnungen gefasst. Dass Steinbrück darüber hinaus grundsätzlich wird und strukturelle Kritik übt, findet Sattar entsprechend bemerkenswert. Die Diagnosen und Themen, die der Autor liefert, scheinen dem Rezensenten durchaus richtig und bedenkenswert.
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