Dietmar Süß

Der seltsame Sieg

Das Comeback der SPD und was es für Deutschland bedeutet
Cover: Der seltsame Sieg
C.H. Beck Verlag, München 2022
ISBN 9783406793189
Gebunden, 224 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Im Frühjahr 2021 war es einsam um Olaf Scholz, den Kanzlerkandidaten der SPD. Er selbst schien chancenlos, seine Partei im Niedergang. Ein halbes Jahr später saß er im Kanzleramt und Sozialdemokraten besetzten die drei höchsten Ämter des Staates. Wie konnte das passieren? Der Zeithistoriker Dietmar Süß erzählt, wie die SPD vom Auslaufmodell zum Wahlsieger wurde, und fragt, was dieses Comeback für die Zukunft der Partei und der Bundesrepublik insgesamt bedeutet. Dabei zeigt sich, auf welch tönernen Füßen der Erfolg bei der Bundestagswahl 2021 steht und wie groß die Herausforderungen für die politische Linke insgesamt sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2022

Rezensentin Mona Jaeger bleibt nach der Lektüre von Dietmar Süß' SPD-Buch "Der seltsame Sieg" ratlos. Denn der Augsburger Historiker liefert ihr gar nicht die im Titel versprochene Erklärung über den Sieg bei der Bundestagswahl und auch nicht, was das Comeback der SPD (wenn es denn überhaupt eines war) für Deutschland bedeutet. "Verdienstvoll" ist für Jaeger immerhin, dass Süß sich in den zehn Kapiteln Programm und Partei genau anschaut und das mit der nötigen Distanz. Gut lesbar analysiere er die Wahl und die Geschichte der SPD, die von der Volkspartei zur ländlichen "Rentnerpartei" geworden sei, weil sie, so Süß, sozialen Aufstieg und Gerechtigkeit miteinander verband, sich aber immer noch nicht davon erholt hat, über Hartz-IV gestolpert zu sein, weil "Streng dich an, dann wird aus dir was" heute nicht mehr den Wert der Vergangenheit besitzt.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.10.2022

Wenn der Historiker Dietmar Süß auf die Lage der SPD blickt, dann erkennt Claus Leggewie in seiner nur online erschienenen Rezension die Sympathie, auch wenn er Olaf Scholz' Wahlsieg eher für einen Unfall zu halten scheint. Dass der Autor der Partei schmerzliche Korrekturen voraussagt, scheint ihm nur folgerichtig. Süß zufolge leide die SPD unter einer "Überlast der Geschichte", der politische Vereinigung von Aufsteigern und Angehängten gelinge ihr nicht mehr, und die Fortschritts- und Solidaritätsversprechen werden zwar noch rhetorisch hochgehalten, aber kaum noch eingelöst. Am Ende sieht Leggewie wieder Hoffnung aufkeimen, aber dafür müsste die Partei eine Demokratisierungsinitiative in Angriff nehmen und aufhören, die Welt von gestern zu beschwören.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…