Fast ein Jahrhundert Zeitgeschichte hat er miterlebt, gemeinsam mit Altbundeskanzler Helmut Schmidt oder dem Brandt-Vertrauten Egon Bahr prägte Erhard Eppler das Gesicht der SPD. Er war maßgeblicher Wegbereiter ökologischen Denkens, als führender Kopf der Grundwertekommission seiner Partei formte er deren politisches Profil. Der Gegenspieler Schmidts gehörte zu den Gegnern des NATO Doppelbeschlusses. Als unbequemer Querdenker und Ikone der Friedensbewegung greift er bis heute in aktuelle Debatten ein. Fast neunzigjährig bilanziert Eppler sein leidenschaftliches Leben als Politiker: ein bewegender Streifzug durch die politische Landschaft der Bundesrepublik und durch das 20. Jahrhundert. Das sehr persönliche Buch eines politischen Vordenkers, das fast ein Jahrhundert deutscher Zeitgeschichte erzählt und einen ungeschminkten Blick hinter die Kulissen bundesrepublikanischer Macht wirft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2016
Franziska Augstein hat nur gute Worte für Erhard Epplers Autobiografie übrig. Der Autor schreibt schön, humorvoll, herzlich, ohne Ranküne und so objektiv wie möglich, meint sie. Und selbst die politisch anders gepolte Leserin lernt anhand von Epplers Lehren auf dem Weg in die Politik vieles über die SPD, die Nazi-Zeit und bundesdeutsche Geschichte. Mehr noch vermittelt der Autor der Rezensentin glaubhaft die Sicht eines jungen Menschen während des Nationalsozialismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2015
Auch wenn dem Autor der Charme Willy Brandts und der Schneid Helmut Schmidts gefehlt haben mag, wie Georg Paul Hefty vermutet, Erhard Epplers Autobiografie punktet mit Bekennermut und wohltuendem Pragmatismus, erklärt der Rezensent. Wie der Autor vor ihm fünf Jahrzehnte sozialdemokratischer Politik aufblättert, eindringlich und verständlich scheint ihm bemerkenswert. Eine erhellende Geschichte der SPD aus sehr persönlicher Sicht, erkennt Hefty dankbar.
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