Peter Bichsel erzählt, erinnert sich, denkt nach, sagt seine Meinung, träumt und lächelt, und alles, was ihm begegnet, wird zu einer Geschichte, die mal im Bergdorf Barbiana spielt, mal in einem Restaurant in Norddeutschland, oft in einer Beiz in Solothurn oder, weit weniger oft, im fernen Amerika. Und er erzählt von seinen Leuten, von Schampi Gerwig, dem jüngst verstorbenen Änneli, von Beaujolais, dem alten Boxer, oder von Martina Hingis, einer Heldin unserer Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.05.2000
Die gesammelten Kolumnen des Schweizer Schriftstellers, so Hans-Jörg Graf, sind "Korrektiv einer korrumpierten Wirklichkeit". Indem er Beiläufiges ins Exemplarische wendet, beispielsweise das zwangsläufig belauschte Gespräch im Zug zwischen zwei Trinkern, die sich in Lügengeschichten überbieten, nimmt er einmal mehr die Umkehrung der geltenden Wertungen vor: Die Verlierer sind die Gewinner, denn sie gönnen sich den Luxus, Geschichten zu erzählen - "und es wird zur Wahrheit, weil man es erzählen kann". Mit seinem Eintreten für die Verlierer bietet Bichsel "Gegenentwürfe zur Maschinenwelt" an, meint Graf, und verweist damit auf dessen grundsätzliches Interesse am "Ausprobieren, wie es wäre, wenn es nicht so wäre, wie es ist".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2000
Bruno Steiger bespricht diesen Band zusammen mit mit "In Olten umsteigen - Über Peter Bichsel" (ebenfalls Suhrkamp).
Die 16 Autoren der kleinen Festschrift "In Olten umsteigen", so Steiger, seien alle "freundschaftlich Zugewandte, Gratulanten" und schildern Anekdoten aus dem Leben des Dichters - wie er zum Beispiel einmal eine einstündige Radiosendung mit seiner Lieblingsmusik nach 47 Minuten abbrach, weil er einfach fertig war. Bichsel sei eben ein Mann des "Weniger ist mehr".
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