Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2000
Ulrich M. Schmid bespricht in seiner Rezension vier Bände, mit denen ein Forschungsprojekt zum Verhältnis von Slawen und Schweizern nun vollständig in Buchform vorliegt: Band 1: "Fakten und Fabeln. Schweizerisch-slawische Reisebegegnungen"; Band 2: "Asyl und Aufenthalt. Die Schweiz als Zuflucht und Wirkungsstätte von Slawen im 19. und 20. Jahrhundert"; Band 3: "Bild und Begegnung. Kulturelle Wechselseitigkeit zwischen der Schweiz und Osteuropa"; Band 4: "Landschaft und Lyrik. Die Schweiz in Gedichten der Slawen. Eine kommentierte Anthologie". Die Reihe ist im Verlag Helbing und Lichtenhahn erschienen.
An Begegnungen zwischen Schweizern und Slawen hat es nicht gemangelt vom 18. bis 20. Jahrhundert, an gegenseitigem Verständnis hingegen schon. Das lässt sich jedenfalls der ausführlichen Zusammenfassung entnehmen, die Ulrich M. Schmid in seiner Rezension der vier Bände bietet. Anfängliche Gastfreundlichkeit der Schweizer gegenüber polnischen Flüchtlingen sei schnell in Misstrauen und Ablehnung umgeschlagen. Umgekehrt hätten die die Schweiz eifrig bereisenden russischen Dichter und Denker oft nicht viel mehr vorgefunden als die Vorurteile, mit denen sie bereits aufgebrochen waren. Interessent immerhin, so der Rezensent, "die schöpferischen Prozesse, welche die Schweiz in der fremden Imagination freisetzt." Im 20. Jahrhundert, so entnimmt Schmid den Bänden, habe man die Stereotypen keineswegs überwunden, zum ohnehin negativen Russlandbild habe sich nun noch der Antikommunismus gesellt. Dissidente Stimmen wie die Carl Spittelers oder Albin Zollingers seien kaum gehört worden. Insgesamt hält der Rezensent die mehrtausendseitige Dokumentation für überaus verdienstvoll, lobt die umfangreiche Auswahlbibliografie und den Abschied vom notorischen Russozentrismus der westlichen Slawistik.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.04.2000
Viele Funde hat der Rezensent mit dem Kürzel "U.Sm." in diesem Band gemacht, wie er in einer Kurzbesprechung darlegt. Im 19. Jahrhundert sei die Schweiz ein Sehnsuchtsraum für fast alle slawischen Schriftsteller gewesen, erzählt er, kaum ein Autor, der nicht dorthin gereist ist und Gedichte und Texte über das Land hinterlassen hat. Auch für Schweizer sei es interessant, ihre eigene Landschaft und Kulturgeschichte gewissermaßen durch fremde Augen zu sehen. Färbers Übersetzungen nennt der Rezensent "sorgfältig".
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