Peter-Erwin Jansen hat sich in seiner publizistischen, editorischen und archivarischen Tätigkeit große Verdienste um das geistige Erbe Herbert Marcuses und Leo Löwenthals erworben. Der nun vorliegende Band versammelt einige der wichtigsten Studien und Aufsätze, die er während seiner langjährigen Arbeit an den Archiven dieser beiden Klassiker kritischen Denkens verfasst hat. Teilweise sind es unveröffentlichte Texte, teilweise in unterschiedlichen Publikationen erschienene Arbeiten. Beigefügt sind diesem Band Schriften von Marcuse und Löwenthal sowie eine Auswahl zuvor noch nicht publizierter Briefe zwischen den beiden Philosophen. Martin Jay geht in seiner Einleitung nicht nur auf die Freundschaft der beiden ab 1965 in Kalifornien lebenden Wissenschaftler ein, sondern diskutiert die intellektuellen freundschaftlichen Bindungen als einen zentralen Aspekt der Existenz im Exil. Einige Fotos aus dem privaten Fotoalbum von Marcuse werden hier erstmalig publiziert.
Rezensent Philipp Lenhard freut sich vor allem über die in diesem Sammelband neuveröffentlichten Briefe zwischen Herbert Marcuse und Leo Löwenthal. "Vorzüglich editiert" seien sie und geben wertvolle Einblicke in die Zusammenarbeit der Theoretiker am Frankfurter Institut für Sozialforschung, ihre langjährige Freundschaft und die gemeinsame Zeit im amerikanischen Exil. Unterhaltsam findet der Kritiker dabei die ein oder andere vertraute Stichelei ("Untier", "Scheusal") und private Anekdoten von Lästereien über Horkheimer bis zu Bordellbesuchen. Erstaunlich, dass keinem der beiden Theoretiker bisher eine ausführliche Biografie gewidmet wurde, bemerkt Lenhard - umso besser, dass sich kleinere Verlage in der Tradition der Kritischen Theorie solcher Veröffentlichungen annehmen, schließt er anerkennend.
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