Mit Fotografien von Helfried Strauß. Leipzig war zu DDR-Zeiten die Buchmessestadt und der Sitz wichtiger Verlage. Hier trafen sich Ost- und Westautoren mit ihren Verlegern und ihrem Publikum, und Schriftsteller galten als moralische Instanzen und Hoffnungsträger. Die besondere Atmosphäre dieses literarischen Lebens in Leipzig in der Spanne von zwei Jahrzehnten hat der Insider Helfried Strauß mit seinen Schnappschüssen "von so edler Naivität wie subtiler Durchtriebenheit" (Peter Gosse) eingefangen. Texte zum "Weltnest" in mittelbarer und unmittelbarer Korrespondenz mit den Fotos schrieben unter anderen Volker Braun, Fritz Rudolf Fries, Peter Härtling, Werner Heiduczek, Rainer Kirsch, Angela Krauß, Michael Krüger, Bernd-Lutz Lange, Erich Loest, Martin Walser und Gerhard Wolf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.02.2008
Erich Loest nimmt diesen Bildband mit Impressionen aus dem "Leseland DDR" sehr persönlich. Der Herausgeber hat auch ihn angefragt, sich zu erinnern, aber freundlich, wie sonst meist im Band, wären diese Erinnerungen, das wird in der Rezension schnell klar, nicht ausgefallen. Immerhin: Loests kritische Absage ist, wie Loest in der Rezension vermerkt, jetzt auch abgedruckt. Weite Teile seiner Kritik bestreitet Loest gar nicht mit dem Buch selbst, sondern mit nicht gerade säuberlich sortierten Hinweisen auf das Weiterleben der DDR-Ideologie in der Gegenwart. Kein Wunder, im Umkehrschluss, dass die ganzen Stasi-Verstrickungen, die Zensur und die Unterdrückung, und von Seiten der heute zum größeren Teil vergessenen Ost-Schriftsteller die Anpassung und Kriecherei in diesem freundlichen Band kaum einmal Thema sind. Seitenhiebe gibt es in Richtung Martin Walser und überhaupt in Leipzig einst gern gesehener West-Autoren-Schickeria. Wie gesagt, eine eher persönliche Auseinandersetzung mit dem Buch.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…