Die gute Nachricht: Eine andere Politik ist möglich. Doch wir müssen Haltungen und Bedingungen ändern. Als Praktiker und langjähriger Oberbürgermeister hat Peter Kurz erfahren, was gute Politik erschwert oder gar verhindert. Hier müssen wir anpacken, wenn wir die Herausforderungen von Klimawandel, Bildung, Migration, Wohnen, Mobilität, Gesundheit oder Bewahrung der Demokratie wirksamer angehen wollen. Vor allem müssen dazu die Erfahrungen in den Städten mehr Gewicht bekommen. Denn hier werden die Beschlüsse aus Berlin und Brüssel umgesetzt, hier werden die konkreten Erfahrungen gemacht, hier merkt man, wo es klemmt und was man besser machen kann. Wir müssen von den Städten lernen! Aus der Praxis und fern von Ideologie und Parteipolitik zeigt Peter Kurz, worauf es ankommt und wie der notwendige Wandel eine Chance bekommt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.11.2024
Gleich zwei frühere Oberbürgermeister aus Baden-Württemberg haben Bücher über ihre Tätigkeiten geschrieben, hält Rezensent Roman Deininger fest: Uli Burchardt (CDU) war in Konstanz tätig, Peter Kurz (SPD) in Mannheim. Die Städte der beiden sind ziemlich unterschiedlich, auf der einen Seite das pittoreske Konstanz, auf der anderen das industrielle Mannheim, aber beide schreiben ihre Bücher aus der Situation, in ihrem Job "umzingelt von Wirklichkeit" zu sein. Peter Kurz stellt klare Thesen auf, etwa, dass eine direkte Demokratie gar nicht immer so gerecht ist, weil sie erfordert, dass viel Zeit aufgewendet wird, über die nicht alle in gleichem Maß verfügen, doch manchen seiner Thesen fehlt noch ein wenig Futter, findet Deininger. Bei Burchardt hingegen liest er mehr biografische Ansätze, vor allem, wenn es um das ihn zeitlebens umtreibende Thema Umweltschutz geht, das der Titel "Menschenschutzgebiet" gut widerspiegelt. Gemeinsam haben die Bücher vor allem "den Glauben an die Stadt als Keimzelle guter Politik", resümiert der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2024
Was "gute Politik" ist und wie sie sich gestalten lässt, kann Rezensent Jonas Wagner leider nur zum Teil vom früheren Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz lernen: Seine These, dass sich politische Probleme am besten auf kommunaler Ebene lösen lassen, findet Wagner zwar spannend, liest aber recht wenige Beispiele, Beweise und Erläuterungen, warum das so ist. "Kleinteilige Förderprogramme" und lokale Partizipation sind Kurz wichtig, der Kritiker hätte sich allerdings mehr direkte Einblicke in die Mannheimer Arbeit gewünscht, schließlich war der frühere Bürgermeister in vielen Gremien engagiert, was sich allerdings nur aus der Autorenbeschreibung des Buches erfahren lässt.
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