Erst in dieser um 12 Kapitel erweiterten Fassung liegt "Kein Frühling" nun in abgeschlossener Form vor. Der neu hinzugefügte, bisher unveröffentlichte Teil wurde 1991 mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet.
Rezensent Jörg Magenau begrüßt, ja bestaunt diese erweiterte Neuauflage des Romans von 1987, in dem Peter Kurzeck seinen Informationen zufolge im Wesentlichen die Nachkriegszeit im Dorf Staufenberg beschreibt, wo der Autor 1946 als böhmischer Flüchtling mit Mutter und Schwester angekommen ist. Magenau lauscht einigermaßen gebannt den Stimmen, mit deren Hilfe sich Kurzeck hier aus unterschiedlichsten Perspektiven das Panorama dieses Dorf und seinen Übergang ins Industriezeitalter noch einmal erschreibt. Auch spricht der Rezensent von Heimatliteratur, jenem Genre, das 1987 noch als sehr unzeitgemäß galt, dem Kurzeck aus seiner Sicht jedoch Erstaunliches abzutrotzen versteht und deren "Vergänglichkeitstrauer" ihm augenscheinlich ans Herz sehr greift. Auch, er weil diese Prosa mit ihren schwebenden, oft auf Verben verzichtenden Sätzen als "so etwas wie Musik" wahrnimmt.
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