Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2001
Andreas Kilcher ist recht angetan von Peter Rosenthals Romandebüt. Dem autobiografischen Roman um einen aus Ceausescus Rumänien ins westdeutsche Köln geflüchteten Juden bescheinigt er, verschiedene Orte, Zeiten und Kulturen in eine "ebenso fruchtbare wie konfliktreiche Konstellation" gebracht zu haben. Dabei vermeide der Autor jegliche politische "Schwarzweißmalerei", sondern behandele die jeweiligen Orte - Rumänien, Nachkriegsdeutschland und Israel - in gleicher Weise kritisch und sensibel. Eine kunstvolle erzählerische Strategie trage zudem zur großen Offenheit der vielfältigen existentiellen und kulturellen Verflechtungen bei. Auch verfalle Rosenthal nicht darin, den von ihm aufgespannten multikulturellen Raum zu einer Utopie zu verklären, sondern stelle ihn "unter den härteren Bedingungen des realen Lebens dar".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…