Über Franz Hessel

Erinnerungen, Porträts, Rezensionen
Cover: Über Franz Hessel
Igel Verlag, Oldenburg 2001
ISBN 9783896211286
Broschiert, 342 Seiten, 44,99 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Gregor Ackermann und Hartmut Vollmer.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.01.2002

Momme Brodersen wundert sich. Und zwar darüber, dass der Lektor, Übersetzer und Autor Franz Hessel, der 1938 vor den Nationalsozialisten nach Frankreich flüchtete und dort in Sanary-sur-Mer starb, nicht zu den meistgelesenen Autoren gehört. Mit diesem Eindruck hat der Rezensent die von Gregor Ackermann und Hartmut Vollmer herausgegebene Anthologie mit Erinnerungen, Porträts und Besprechungen berühmter Zeitgenossen wie Erich Mühsam, Lion Feuchtwanger, Hermann Hesse und Peter Suhrkamp wieder aus der Hand gelegt. Beinahe "einhelliges Lob" haben sie Hessel für seine Schriften erteilt, und doch, weiß Brodersen, geriet er lange Zeit in Vergessenheit, bis sich der kleine, "couragierte" Igel-Verlag entschloss, eine Gesamtausgabe Hessels zu verlegen und obendrauf nun diese Anthologie. Die versteht der Rezensent nicht als Ergänzung zum Werk, sondern als "Einladung zur Exploration". Die Herausgeber wussten sich in ihrer Auswahl "zu zügeln", lobt Brodersen, hätten aber aus diesem Grund die Übersetzertätigkeit Hessels außen vor gelassen, fährt er bedauernd fort. Trotzdem aber, ist der Rezensent überzeugt, haben sie ihre Arbeit gut gemacht und den Band "vorbildlich" ediert. Es zeige sich, so Brodersen, ein eigenwilliger, sicher auch schwieriger Autor, aber in jedem Fall einer mit Bildung, Takt und Delikatesse.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.09.2001

Der Rezensent mit dem Kürzel "pap." hält den Band mit Erinnerungen an den Erzähler und Feuilletonisten Franz Hessel und Rezensionen über seine Werke für eine "reichhaltige Kompilation" und eine sinnvolle Ergänzung zu der 1999 im Oldenburger Igel-Verlag veröffentlichten Gesamtausgabe. Hier hat "pap." manch "Entlegenes" entdeckt und faszinierende Rezensionen über einen Autor gelesen, der zwar kein breites Lesepublikum hatte, der aber wegen seiner "genuin atmosphärischen Qualität" immer wieder aufmerksame Leser fand, weiß der Rezensent zu berichten.
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