Peter Uehling

Karajan

Eine Biografie
Cover: Karajan
Rowohlt Verlag, Reinbek 2006
ISBN 9783498068844
Gebunden, 414 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Der Dirigent Herbert von Karajan hat das Musikleben seiner Zeit geprägt wie kaum ein Zweiter. Er leitete über dreißig Jahre die Salzburger Festspiele und führte die Berliner Philharmoniker zu einer neuen Perfektion des Orchesterspiels. Aber zu seiner Biografie gehören auch umstrittene Seiten wie die frühe Mitgliedschaft in der NSDAP; und nicht zuletzt galt er als Despot am Pult. Der große Dirigent hatte früher als andere begriffen, welche Möglichkeiten in den neuen Techniken liegen. Uehling untersucht erstmals systematisch den Interpreten Karajan in seinen Aufnahmen. Er zeigt, wie entschlossen dieser auf LP, CD und Musikvideo zugriff und damit Rekordverkäufe verbuchen konnte - und wie sich unter diesem Zugriff die Rolle der Musik im Leben der Gesellschaft veränderte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006

Kritisch geht Rezensentin Julia Spinola mit Peter Uehlings Biografie über Herbert von Karajan ins Gericht. Zwar lobt sie den Ansatz des Autors, den Dirigenten als Künstler ernst zu nehmen. Auch dessen Darstellung des künstlerischen Werdegangs Karajans bis zum Zerwürfnis mit den Berliner Philharmonikers scheint ihr gelungen. In diesem Zusammenhang bescheinigt sie Uehling fundierte Kenntnisse, psychologisches Gespür und eine anschauliche Schilderungen von Karajans Lebensweg. Aber bei seinem eigentlichen Anliegen, der ästhetischen Würdigung Karajans, sieht sie den Autor gescheitert. Uehlings Vorstellung Karajans als "Protagonist einer neuen Ästhetik" stellt sie radikal in Frage. Zuviel bleibt für sie unklar und vage. Schließlich hält sie Uehling vor, über keinen brauchbaren Begriff von der Ausdrucksgestalt musikalischer Werke zu verfügen und sich bei seinen Beschreibungen ziemlich an der Oberfläche zu bewegen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.08.2006

Zwar kann Peter Uehlings Biografie von Herbert von Karajan früheren Lebensbeschreibungen nicht das Wasser reichen und verdient die Genrebezeichnung nach Jens Malte Fischers Urteil nicht einmal, und trotzdem zeigt er sich von dieser Darstellung sehr angetan. Zu Leben und Werk fördert dieses Buch nichts Neues zu Tage, manches, wie die Rolle Karajans im Nationalsozialismus, kommt nach Ansicht des Rezensenten sogar zu kurz. Dann aber würdigt er das Buch als klugen und kompetenten Kommentar zum künstlerischen Werdegang des Dirigenten und preist die detaillierten Vergleiche von Interpretationen Karajans mit Werken anderer Dirigenten. Nicht alle Wertungen des Autors teilt Fischer, doch insgesamt ist er von dieser kenntnisreichen und dabei ansprechend präsentierten Darstellung begeistert und erteilt ihr trotz der Fülle an Karajan-Literatur eine Daseinsberechtigung.

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