Philipp von Boeselager

Wir wollten Hitler töten

Ein letzter Zeuge des 20. Juli erinnert sich
Cover: Wir wollten Hitler töten
Carl Hanser Verlag, München 2008
ISBN 9783446231016
Gebunden, 191 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Er war einer der letzten Zeugen. Philipp Freiherr von Boeselager gehörte zu jenen Offizieren, die Hitler töten und dem Zweiten Weltkrieg ein rasches Ende setzen wollten. 1944 organisierte er für Stauffenberg den Sprengstoff für das Attentat am 20. Juli. In dieser Lebensgeschichte erzählt er von seiner Kindheit, von seiner Karriere als Offizier und seinen Gewissensnöten, als er immer mehr Einzelheiten über die Verbrechen der Nazis erfuhr. Am Ende setzte sich sein Gewissen durch. Im Mai 2008 verstarb Boeselager im Alter von 90 Jahren. Seine Erinnerungen sind ein einmaliges zeitgeschichtliches Dokument zum Widerstand im Nationalsozialismus.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2008

Beeindruckt zeigt sich Martin Meyer von den Erinnerungen Philipp Freiherr von Boeselagers, der zum Kreis der Offiziere gehörte, die Hitler am 20. Juli 1944 töten wollten. Er würdigt Boeselager, der den Sprengstoff für Stauffenbergs Attentat lieferte, als mutigen und entschlossenen Kopf. Ausführlich referiert er das Leben des Offiziers, geht auf seine katholische Herkunft ein, schildert seinen Einsatz an der Ostfront und berichtet über seine Zweifel an Hitler spätestens seit der "Reichskristallnacht" 1938. Die Erinnerungen lassen für Meyer die Zeit des Nationalsozialismus noch einmal auf "unheimliche Weise" in Erscheinung treten, so, "als wär's erst gestern gewesen".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.07.2008

Als "beredtes Zeugnis" für das Verständnis des Dritten Reiches und seiner militärischen Elite begrüßt Rezensent Dorion Weickmann dieses Erinnerungsbuch einer Randfigur der Verschwörung vom 20. Juli 1944, der als letzter Überlebender der Gruppe um Stauffenberg in diesem jahr verstorben ist. Denn es versetze ihn noch einmal in die "versunkene Lebenswelt" adeliger Militärs wie "in ein ethnografisch entlegenes Forschungsgebiet". Aber auch die Funktion des Buches als "verdichtendes Zeitporträt", das die Köpfe des Widerstands "in ihren weltanschaulichen Verstrickungen" abzubilden versteht, macht seinen Wert für den Rezensenten aus. Besonders die Tatsache, dass Philipp von Boeselager dem Generalmajor Henning von Treskow einen "letzten Lorbeerkranz" geflochten hat, freut Weickmann angesichts jüngerer Verdächtigungen gegen Treskow sehr.

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