"Die Welt vermessen" handelt von den Praktiken zur Erkundung der unbekannten Welt im Zeitalter der Aufklärung, die insbesondere mit den europäischen Weltumsegelungsprogrammen einhergingen. Philippe Despoix untersucht u.a. die geografischen Orientierungstechniken, mit denen die Welt vollständig kartiert werden sollte, und wie sich die Entdeckungsreisen in der neu aufkommenden, z.T. reich illustrierten, Reiseliteratur niederschlugen. Daneben analysiert er, mit welchen Deutungsverschiebungen sich Begriffe wie "eingeboren", "Zivilisation" oder "europäisch" ausdifferenzierten. In diesem Rahmen entstand ein ganzes Ensemble neuer Figuren: der Uhrmacher und seine Schiffschronometer, die in Konkurrenz zum königlichen Astronomen treten, der Forschungsreisende als Autor, der wie Bougainville, Cook oder Forster den herkömmlichen Kompilator entthront, der Indigene der Südsee als anthropologisches Subjekt und nicht zuletzt das europäische Publikum, an das sich der Entdeckungsdiskurs anstelle der Monarchen oder Gelehrten verstärkt richtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2010
Höchst lehrreich erscheint Alexander Kosenina dieses Buch, das die praktischen Voraussetzungen von Entdeckungsreisen der Aufklärung untersucht. Als Teil eines "rasant wachsenden" Forschungszweigs besticht der Band von Philippe Despoix laut Rezensent durch exemplarische Vergleiche von Expeditionsberichten mit vorangegangenen Aufzeichnungen, die ihm die zensorischen und mythischen Verschneidungen der Entdeckungen und ihr kalkuliertes Verhältnis zur europäischen "Zivilisation" offenbaren. So pathetisch Despoix diese Vorgänge mitunter auch auflädt, so spannend lesen sie sich für Kosenina insgesamt.
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