Herausgegeben von Pia Janke und StudentInnen. Elfriede Jelinek und Österreich - das ist ein Reizthema ersten Ranges. Politische und mediale Hetze, Stilisierung und Mythisierung bestimmen seit den achtziger Jahren die Auseinandersetzung mit Elfriede Jelinek. Wie keine andere Autorin des Landes sonst hat sich Jelinek, die als "Nestbeschmutzerin" und "Staatsfeindin" diffamiert wurde, politisch exponiert. Die Reibungen, Debatten und Skandale werden hier erstmals in Form von Originaldokumenten präsentiert. Elfriede Jelineks politische Texte, ihre Reden, Statements, Essays und Leserbriefe, aber auch ihre Theaterstücke, in denen sie Stellung bezieht und auf aktuelle politische Ereignisse reagiert, werden unmittelbar in den Kontext der medialen Berichterstattung gestellt, die Reaktionen auf Jelineks Äußerungen umfassend dokumentiert. Wie Stimmen stehen so die einzelnen Haltungen, Meinungen, Urteile und Attacken gegeneinander...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2002
Die Österreicherin Elfriede Jelinek, informiert uns der Rezensent mit dem Kürzel "Jdl" habe sich "im Genre des rasch erregten Volkszorns" einige Verdienste erworben. Allerdings sei ihr Standpunkt - der Glaube an die "böse Natur im Österreichischen" - mittlerweile etwas berechenbar geworden. Das vorliegende Buch, erklärt der Rezensent in seiner kurzen Notiz, sei "ein Kompendium lustvoll pauschaler Österreichanklage, des Leserbriefaufruhrs und der perennierenden Drohung der Schriftstellerin, dem Land die Zuwendung zu entziehen". Das habe Jelinek zwar nie gemacht, aber beim Verleih des Heine-Preises, so zitiert der Rezensent, bestätigte sie ihre Unermüdlichkeit: "Ich kann nur mit einem Kissen ohnmächtig gegen den Beton des österreichischen Vergessens hauen, bis das Kissen platzt und mir um die Ohren fliegt."
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