Aus dem Russischen von Margret Fieseler. Der halbseidene TV-Journalist Butejko hat in seiner Klatschsendung viele Prominente bloßgestellt, sich viele Menschen zu Feinden gemacht. Jetzt ist er tot - ermordet. Neben seiner Leiche liegt ein bewusstloser Mann, die Tatwaffe in der Hand, einer, der auch ein eindeutiges Motiv hat. Aber ist er wirklich der Täter? Untersuchungsführer Borodin hat seine Zweifel.
Kolja Mensing fasst zusammen: Es geht um "habgierige Politiker, korrupte Polizisten, brutale Ex-KGB-Beamte und einen Edelstein". Beste Zutaten für einen Thriller, verspricht der Rezensent. So lobt er das Buch von Polina Daschkowa auch als gelungenen Kriminalroman, der einem förmlich "Willkommen in Russland" zurufe. Daschkowa zeichne ein Bild von einem Land, dass "jeder Bürger mit ein bisschen Einfluss" einen Kriminellen hinter sich stehen hat. Dieses Bild stört Mensing nicht und Daschkowas Ermittler ist ihm auch sympathisch.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 25.09.2003
Ein Problem hat dieser spannende Roman, bekennt Thomas Köster fast wider Willen: er spiegelt das Bild einer durchweg korrupten und kriminellen Gesellschaft, wie es uns tagaus tagein durch die Medien kolportiert wird. Der Oberbegriff zu diesem kriminellen Tun lautet: Mafia, und die waltet, so scheint es bei Daschkowa, im postkommunistischen Russland überall. Den Rezensenten jedenfalls hat es ein wenig frustriert, seine Vorurteile auf fiktiver Ebene gespiegelt zu bekommen. Aber vielleicht ist ja Russland tatsächlich so korrupt, fragt Köster weiter und gesteht seine Bereitschaft zum guten Glauben an die Schlechtigkeit der russischen Welt. Immerhin setze Daschkowa, eine der meistgelesenen russischen Krimiautorinnen, alles daran, ihn davon zu überzeugen, fügt er hinzu: ihr Roman sei raffiniert konstruiert, fesselnd bis zum Schluss und liefere ein farbiges Bild der russischen Gesellschaft in heutiger Zeit.
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