Aus dem Englischen von Ursula C. Strum. Für Frieda, eine englische Primatenforscherin, sind Tiger nichts als wilde Tiere, fremd und roh in ihrer Aggression. Aber seit sie in einem kleinen Zoo in Devon arbeitet, begegnet sie den Wildkatzen täglich. Nach und nach beginnt sie sich für das Wesen der Tiger zu interessieren; dann, sie zu verstehen, und schließlich, sie zu lieben. Durch sie lernt sie einen Teil von sich selbst neu zu entdecken und begibt sich auf eine Reise, die sie bis nach Sibirien führt, wo ihr eigenes Schicksal sich mit dem von Tomas, einem einsamen Mann in den Wäldern der Taiga, der kleinen Zina, einem wilden Mädchen, und dem der Tiger auf überraschende Weise verbinden wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.12.2020
Rezensentin Sylvia Staude scheint ein bisschen enttäuscht vom klischee- und liebeslastigen etwas kitschigen Ende von Polly Clarks Roman. Die abwechselnd in der sibirischen Taiga und in einem englischen Zoo spielende Geschichte um wildlebende beziehungsweise Zoo-Tiger und eine Verhaltensforscherin beeindruckt Staude mit sprachlicher Energie, Kennntnisreichtum und bannenden Schilderungen sibirischer Lebensbedingungen. Etwas weniger konventionell hätte das Buch für Staude gern sein und sich noch mehr auf die "Tiernatur" konzentrieren dürfen, findet die Rezensentin. Von dieser erzähle die Lyrikerin nämlich meisterhaft.
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