Aus dem Amerikanischen von Maria Andreas. Der Aufbruch einer jungen Frau in unbekannte innere und äußere Welten 1903, in der Wildnis Montanas: Die 19-jährige Mary rennt nachts durch die Wälder. Sie befindet sich in einer ausweglosen Situation - sie hat kurz nach der Geburt ihr Kind verloren, ihren untreuen Ehemann erschossen und wird von seinen beiden gewalttätigen Brüdern gejagt. Getrieben von der Abscheu über ihre Tat und der Angst vor ihren Verfolgern, beginnt Mary eine abenteuerliche Flucht durch die Wildnis. Erst als sie am Rande der Erschöpfung von einem Einsiedler aufgelesen wird, weicht die Panik langsam einer neuer Zuversicht und einem Gefühl von Freiheit. Die preisgekrönte Autorin Gil Adamson erzählt virtuos, packend und in kraftvollen Bildern von dem Aufbruch einer jungen Frau in unbekannte innere und äußere Welten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.08.2009
Sylvia Staude wundert sich etwas über die Auszeichnung, welche Gil Adamson für ihren neuen Roman "In weiter Ferne die Hunde" von einer kanadischen Krimivereinigung erhalten hat. Denn wie die Rezensentin konstatiert, handelt es sich hier weniger um einen Krimi als viel mehr um einen "Wildnis- und Abenteuerroman". Die Genreverwechslung beeinflusst Staude jedoch nicht weiter negativ, denn begeistert berichtet jene von den ersten Seiten, auf denen sie ohne Umschweife erfahren hat, dass eine junge Frau ihren Mann umgebracht hat. Warum, wieso, weshalb wird der Rezensentin dann im Verlauf der geschilderten Flucht in die Wildnis durch eine "großartige" handwerkliche Leistung vermittelt. Nach Meinung Staudes beschreibt die Autorin viele Extremsituationen und Naturerfahrungen, und das auch noch talentiert in "lakonischer" Würze. Nach dem Lesen des Romans ist Staude gefesselt von der mystischen Frau, die auch an "gebratenen Eichhörnchen knabbert". Und auch wenn die Rezensentin manche Passagen in der Mary Boulton Geschichte als veralterte Emanzipationversuche empfindet, hält sie es abschließend dennoch für wichtig, die "geistige Unabhängigkeit" dieser Witwe zu betonen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2009
Als "Ereignis" preist Rezensent Reinhard Helling diesen Debütroman der Kanadierin Gil Adamson, der in Kanada bereits mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Die Geschichte um eine junge Ehefrau, die im Affekt ihren groben Mann erschießt und vor dessen auf Rache sinnenden Brüdern in die Wildnis flieht, findet er großartig und packend erzählt. Der Roman zeichnet sich für ihn einerseits durch seine hohe Spannung, sein Tempo, seine perfekte Dramaturgie aus, andererseits durch seine Genauigkeit und seine wunderbar melodiöse Sprache, aus der Adamsons Erfahrung als Lyrikerin spricht. Auch die deutsche Übersetzung von Maria Andreas bedenkt er mit Lob.
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