Quynh Tran

Schatten und Wind

Cover: Schatten und Wind
Residenz Verlag, Salzburg 2024
ISBN 9783701717927
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Andreas Donat. "Schatten und Wind" erzählt von einer Familie vietnamesischer Herkunft, die in einer kleinen Stadt in Finnland lebt. In magischen Szenen schildert der acht Jahre alte Erzähler den Alltag mit seiner Mutter Má, die vom großen Geld träumt, und dem älteren Bruder Hieu, der von der Liebe träumt. Herr Tèo, der sich für japanische Kultur begeistert, die schrullige Tante Tei Tei oder Más engste Freundin, die Dolmetscherin Lan Pham, bilden den Kosmos des Jungen, der versucht, nicht nur seine fremde Umgebung zu begreifen, sondern auch das seltsame Verhalten seines pubertierenden Bruders und seiner eigenwilligen Mutter.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.12.2024

Der finnlandschwedische Autor Quyn Tranh ist vietnamesischer Herkunft und in den 90er-Jahren nach Jakobstadt in Finnland emigriert, ebenso wie der achtjährige Protagonist, der gemeinsam mit seiner Mutter Má und seinem 15 Jahre alten Bruder Hieu lebt, erklärt Kritikerin Carola Ebeling. Atmosphärisch sind die Schilderungen aus der Perspektive des Achtjährigen dicht und überzeugend, auch die Einsamkeit und harte Arbeit der Mutter werden für Ebeling treffend geschildert. Ohne dass der Roman zu sehr auf Handlung setzt, entfaltet sich der Rezensentin zufolge eine Familiengeschichte zwischen Annäherung und Entfremdung, die auch durch eine Gewalttat des Bruders geprägt ist. Literarisch hat Ebeling das gut gefallen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.10.2024

Rezensent Marko Martin liest mit Quynh Trans autofiktionalem Debütroman eine große, poetische, eine faszinierend "filigrane" Komposition der Stille. Im Zentrum steht der achtjährige Ich-Erzähler, dessen Mutter aus Vietnam ins finnlandschwedische Jakobstad gezogen ist und die nun tapfer in unterbezahlten Jobs arbeitet, um ihre kleine Familie zu ernähren. Vieles in "Schatten und Wind" wird lediglich angedeutet, bleibt unklar, trotzdem mangelt es Trans Beschreibungen nie an Anschaulichkeit, findet Martin. Und doch bleibt am Ende eine leise Unzufriedenheit beim Rezensenten angesichts der vielen offenen Fragen. Aus dieser Unzufriedenheit speist sich seine Kritik: Zu viele Leerstellen, so Martin, lassen Figuren "schrumpfen". So hofft der Rezensent auch deshalb auf einen zweiten Roman, indem einige der vielen, vielleicht zu vielen Lücken dieses Erstlings geschlossen werden.

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