Aus dem Englischen von Anne Middelhoek. Im englischen Exil wird für den heimwehkranken 18jährigen Radek Sikorski das "dwór", das traditionelle Gutshaus des polnischen Landadels, zum Inbegriff von Geborgenheit, von Zugehörigkeit und kultureller Identität. 1989, nach dem Sieg der Solidarnosc und dem Ende der Diktatur des Generals Jaruselski zurück in Polen, findet Sikorski tatsächlich ein solches "dwór". Die Restaurierung und Wiedererrichtung des verfallenen Hauses, dessen Fundamente ins 14. Jahrhundert zurückreichen, wird unversehens zu einer spannenden, abenteuerlichen Entdeckungsreise: Schicht für Schicht offenbart sich ihm mit der Geschichte des Hauses die des eigenen Landes und zugleich die eigene Familiengeschichte. Am Ende ist Sikorski wahrhaft zuhause angekommen und auch der Leser hat den Gewinn davon: einen Wegweiser durch die wechselvollen, heroischen und tragischen Kapitel einer Geschichte, die zu einem langen und großen Teil auch eine deutsche ist.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 19.10.2000
Friedbert Pflüger rezensiert für die Zeit das Buch des polnischen Journalisten Radek Sikorski. Und weil der CDU-Politiker ein kluger Mann ist, tut er dies kurz und knapp. Schließlich geht es ihm nicht so sehr um die literarische Würdigung des Buches, sondern um die politische. Sein ceterum censeo lautet: Polen gehört in die Europäische Union. So heißt Pflügers letzter Satz: `Das Buch zeigt, wie sehr Polen in seiner Geschichte und Kultur die EU bereichern wird und dass der treffende Begriff für die vor uns liegende historische Aufgabe nicht Osterweiterung, sondern Vereinigung Europas ist.`
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