Aus dem Rumänischen von Gundel Große und Miruna Bacali. Vlad Jivan wächst an der Grenze zu Jugoslawien auf. Die Freiheit, die dieses Land ausströmt, symbolisiert für ihn alles, was im kommunistischen Rumänien fehlt. Es ist das Modell, das dem Westen am nächsten scheint. Auf einer Reise dorthin im Sommer 1989 verliebt er sich in das Mädchen Marina und findet Freunde in Split, wird aber in eine schreckliche Tat verwickelt. Mehr als zwanzig Jahre später, mittlerweile Verleger und Familienvater, trifft er die alte Clique wieder, die von den jugoslawischen Kriegen gezeichnet ist. Die Welt auf beiden Seiten der Grenze ist eine andere geworden und nicht nur seine eigenen Illusionen sind zerfallen...
Rezensent Jens Uthoff hält einen spannenden Roman des Rumänen Radu Pavel Gheo in den Händen: Sein Protagonist stammt aus Timisoara, einer rumänischen Stadt nahe der jugoslawischen Grenze, und unternimmt zwei wichtige Reisen in das Nachbarland, einmal Ende der Achtziger, kurz vor dem Sturz des Ceausescu-Regimes, einmal in den nuller Jahren, nach den Jugoslawienkriegen. Der Roman erzählt nicht nur vom "Nebeneinander verschiedener Ethnien", sondern auch von der Geschichte Rumäniens und der schwierigen Frage nach der eigenen Identität, freut sich Uthoff, der insbesondere die lebendigen Dialoge schätzt und dem die kleineren Fehler im Lektorat wenig ausmachen, wie er schließt.
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