Rafael Seligmann

Keine Schonzeit für Juden

Die Antwort eines Betroffenen
Cover: Keine Schonzeit für Juden
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2025
ISBN 9783451074097
Gebunden, 192 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Rafael Seligmann erzählt die Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus mit dem Wissen des Historikers bewusst subjektiv. Sein neues Buch ist ein persönlicher Lebensbericht."Lange genug wurde analysiert und wissenschaftlich geforscht. Eine objektive Schilderung des deutsch-jüdischen Miteinanders ist vergeblich und langweilig obendrein. Ich will daher aufzeigen, welche Wirkung kleine Stiche und scheinbare Beiläufigkeiten bei mir und anderen Juden zeitigen. Zahllose Reden haben die emotionale Taubheit allzu vieler Deutscher gegenüber ihren jüdischen 'Mitbürgern' und anderen Minderheiten nicht zu überwinden vermocht. Mitgefühl und Empathie sind für jede humane Gesellschaft unerlässlich, zumal für eine zunehmend vielschichtige wie die deutsche. Gemäß William Shakespeares Shylock: 'Wenn Ihr uns stecht, bluten wir nicht?'"

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 04.11.2025

Der 78-jährige Historiker und Politologe legt mit dieser Mischung aus autobiographischer Rückschau und Appell gegen den Antisemitismus einen eindrücklichen wie auch klaren Text vor, urteilt Rezensent Sebastian Engelbrecht. Erschreckend findet Engelbrecht den täglichen Judenhass, dem Seligmann seit seiner Kindheit von allen politischen Lagern ausgesetzt wurde, von frühen Beleidigungen und Schlägereien bis hin zu späteren, passiv-aggressiven Bemerkungen vermeintlich liberalen Journalisten. Im Zuge seiner Beschäftigung mit dem auch in Deutschland erstarkenden Antisemitismus widme sich der Autor auch der derzeitigen Lage und sehe etwa in der Bezeichnung des Konflikts zwischen Israel und der Hamas in Gaza als Völkermord eine "Täter-Opfer-Umkehr", die die Verbreitung der Judenfeindschaft nur unterstütze. Dagegen plädiert er für die Ethik einer offenen, einander zugewandten Diskussion, die JüdInnen die Angst davor nehmen soll, sich als solche zu zeigen. Dem kann sich Engelbrecht nur überzeugt anschließen. 

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