Der Zusammenbruch des Weltfinanzsystems im Herbst 2008 hat der Menschheit auf dramatische Weise vor Augen geführt, wie verwundbar der Kapitalismus ist: Vom amerikanischen Virus infiziert, ist in der globalen Wirtschaft das große Chaos ausgebrochen. Seither ist nichts mehr wie es einmal war, und Amerika dominiert nicht mehr den globalen Kapitalismus. Rainer Hank, Leiter der Wirtschafts- und Finanzredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, erklärt, wie es zum Zusammenbruch des Weltfinanzsystems kommen konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.03.2009
Für das klarste unter den neueren Wirtschaftsbüchern hält Rezensent Arno Widmann diese Analyse des FAS-Wirtschaftschefs Rainer Hank. Gelernt hat er aus dem Buch, dass wir den nächsten Crash nicht werden verhindern können: "Wir wissen kaum, was wir tun, geschweige denn, was die anderen tun." Das liegt nicht nur daran, dass die Märkte immer weiter expandieren, sondern vor allem dass sie sich immer stärker differenzieren. Und wenn jetzt der Handel mit Derivaten verboten wird, dann suchen sich Broker eben ein anderes Produkt, mit dem sie die nächste Spekulationsblase erzeugen können. Außerdem entnimmt der Rezensent Hanks Ausführungen, dass der Kapitalismus vor allem vor den Kapitalisten selbst geschützt werden müsse, ebenso wie vor voreiligen staatlichen Regulierungen. Dass findet Widmann alles so erhellend, dass er den Autor schließlich gegen den erklärten Willen als brillanten Dialektiker lobt.
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