Den Atomwaffenplänen der UdSSR nach dem Zweiten Weltkrieg mangelte es vor allem an der Grundlage: Uran. Da sich Uranvorkommen in der sowjetischen Besatzungszone fanden, wurde 1947 im Erzgebirge die Wismut AG gegründet. Das Unternehmen wuchs rasant und war Ende der 1960er Jahre der drittgrößte Uranproduzent der Welt. Die SDAG Wismut hatte sich zu einem Staat im Staate mit weitgehend autarken Strukturen, ausgebautem Sozialsystem und einer hoch motivierten Belegschaft entwickelt. Nach 1977 geriet der Uranbergbau jedoch in die Krise. Landschaften und Siedlungen waren rücksichtslos dem Bergbau geopfert worden, tausende Bergleute an Lungenkrebs und Silikose erkrankt. Auch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 rüttelte die Öffentlichkeit wach. Die DDR-Führung beklagte sich in Moskau außerdem wegen steigender Kosten. Dennoch beendete erst 1991 ein Vertrag zwischen Sowjetunion und Bundesrepublik die Tätigkeit der Wismut AG. In die Sanierung ihrer Hinterlassenschaften flossen bis 2006 rund 6,5 Milliarden Euro. Rainer Karlsch erzählt die Geschichte des Uranbergbaus in Ostdeutschland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2007
Ein bislang wenig bekanntes Kapitel deutsch-sowjetischer Zeitgeschichte sieht Rezensent Günther Heydemann in der Geschichte des Uranerzbergbaus in der DDR. So begrüßt er Rainer Karlschs Geschichte der Wismut, die im Erzgebirge das Uran für die Sowjetunion abbaute - Uran, ohne das die Sowjetunion beim atomaren Rüstungswettlauf nach dem Zweiten Weltkrieg nicht hätte mithalten können. Lobend äußert sich Heydemann über die profunde Recherchen des Autors sowie über die gut und verständlich geschriebene Darstellung. Zudem attestiert er ihm, alle Facetten der jüngeren Welt- und Zeitgeschichte einbezogen zu haben.
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