Die Entfremdung zwischen Ostberlin und Moskau in den 1970er und 1980er Jahren führte zu einer schrittweisen Auflösung der Bestandsgarantie der DDR seitens der KPdSU. Dieser Prozess spiegelte sich in Kriegsbild, Bündnispolitik und Fragen der inneren Sicherheit. Ohne militärische Sicherheit war die DDR als Herrschaftsgebilde des "real existierenden Sozialismus" aber nicht überlebensfähig. Das Aufbegehren der Bürger im Herbst 1989 vollzog dann, was sicherheits- und bündnispolitisch seit fast einem Jahr Realität war: Die DDR war zur Konkursmasse des Ost-West-Konflikts geworden und verschwand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2017
Gregor Schöllgen kann Oliver Banges Untersuchung nur empfehlen. Indem der Autor sein Thema in einen größeren politischen Kontext stellt, kann er laut Schöllgen das Verschwinden der DDR anhand des Abtretens der NVA erklären. Wie Bange die sicherheits- und militärpolitische Entfremdung zwischen Ost-Berlin und Moskau nachzeichnet, scheint Schöllgen bemerkenswert. Und das nicht nur, weil der Autor eine große Menge an bisher nicht veröffentlichten Quellen aus Archiven in Russland und den USA nutzt und mit rund siebzig Zeitzeugen gesprochen hat, sondern auch, da Bange die Nachrüstung der Nato und die Sicht des Warschauer Paktes darauf laut Rezensent so gründlich dokumentiert wie niemand zuvor.
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