Mit einem Nachwort von Nico Bleutge. Als Rainer Malkowski 1975 mit dem Band "Was für ein Morgen" debütierte, war es die Zeit der neuen Subjektivität in der Lyrik. In seinen Gedichten wird aber die Aufmerksamkeit für das Alltägliche und Gewöhnliche in die philosophische Frage nach dem Wesen der Dinge gewendet und verharrt nicht in der Subjektivität. Indem Rainer Malkowski jede bedeutungsvolle und metaphernreiche Rede vermeidet, dringt er tiefer zum Wahrheitskern seiner Beobachtungen vor. Zwar sind seine Gedichte ein vehementer Einspruch gegen die Anmaßungen der Wissenschaft und die Entzauberung der Welt, sie sind es jedoch nicht aus radikaler Subjektivität, sondern durch ihre Präzision. In seinen Gedichten ist jedes Wort durch den sinnlichen Eindruck gedeckt. Rainer Malkowski hat zu Lebzeiten neun Gedichtbände veröffentlicht. Das gesamte lyrische Werk des 2003 verstorbenen Autors, der einer der erfolgreichsten Werbetexter der Bundesrepublik war, wird hier in einem Band vorgestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2010
Nicht unbedingt etwas für Liebhaber der strengen lyrischen Formen, meint Harald Hartung zu diesem Band mit den gesammelten Gedichten Rainer Malkowskis, 700 an der Zahl. Der freie Rhythmus und das reimlose Gedicht reichen dem Rezensenten allerdings, um den Band gern zur Hand zu nehmen. Das kommt, weil Malkowski ihn mit seiner Staunensfähigkeit und mit seiner Erotik des Sehens überwältigt. Kern des Malkowski'schen Werks, das zeigen die Texte dem Rezensenten, ist, wie sehr hier einer Dasein und Dichtung als identisch begriff, wie wenig weise und auftrumpfend, dafür skeptisch und diskret sich Lyrik schreiben lässt. So heterogen das Universum des Autors sich dem Rezensenten hier präsentiert, so unterschiedlich ist auch die Qualität der Texte. Auch kein Wunder, findet Hartung.
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