In einer Reihe von Textlektüren von Sophokles, Hölderlin, Baudelaire, Nietzsche und Walter Benjamin untersucht Rainer Nägele das erstaunliche exterritoriale Territorium, das nicht nur zwischen den Texten, sondern auch zwischen den Sprachen sich auftut im Übersetzen, Übertragen und Lesen (das immer auch ein Über-Setzen ist). Dieser Raum wird hier in der Figur des Echos vernommen. Es ist die Figur eines Transfers durch und über, aber auch mit Hilfe von Widerstand. Es ist eine komplizierte Figur, die sich nicht auf die Wiederholung eines stabilen Ursprungs reduzieren lässt
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.09.2002
In seinem Essay über das Übersetzen geht Rainer Nägele der Frage nach, wie man als Übersetzer Verluste, Verschiebungen und Veränderungen, die bei der Übertragung von einer Sprache in die andere entstehen, ausgleichen kann, informiert der Rezensent mit dem Kürzel "ser" in seiner sehr knappen Besprechung. Nägeles Ausführungen findet "ser" so weit ganz eingängig, mag sich aber von der "intertextuellen Sichtweise" des Autor nicht recht überzeugen lassen. Zunehmend nämlich mache Nägele aus seinem eigentlich "dekonstruktiven Selbstverständnis" keinen Hehl, und das scheint "ser" nicht ganz zu passen.
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