Aus dem Englischen von Richard Barth. Über die Absurdität unseres Wirtschaftssystems, das für die natürlichen Lebensgrundlagen den Wert 0 veranschlagt, Konsummüll dagegen höchsten Wert beimisst Heute kennt man von allem den Preis und von nichts den Wert, sagte Oscar Wilde. Dieser Satz ist gegenwärtig aktueller denn je. Ob Klima- oder Wirtschaftskrise, dahinter steht nicht zuletzt eine Krise der Werte. Fast jeder und alles wird in die Kategorien von Märkten und Preisen gepresst. Gibt es keinen besseren Weg, die Welt wertzuschätzen?, fragt Raj Patel. In unserem System ist eine Fabrikanlage mit rauchenden Schloten Milliarden Dollar wert, ein intakter Wald dagegen nichts. Ein Tomaten-Erntehelfer in den USA verdient in einem Jahr weniger als ein Wallstreet-Banker in einer Stunde. Wie konnte es so weit kommen? Seit den 70er-Jahren wurde unser Wirtschaftssystem von den Fundamentalisten des freien Marktes bestimmt, die jede Art der Regulierung ablehnten. Viele glaubten ihnen, legten Geld an und konsumierten oft auf Pump. Wir nannten es Freiheit, sind aber dabei, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören und unsere Zukunft zu verspielen. Was können wir jetzt tun, um das Ruder herumzureißen? Das Gegenteil von Konsum ist nicht Sparsamkeit, sondern Großzügigkeit, sagt Raj Patel. Was Not tut, ist nachhaltiges Wirtschaften und die Beachtung des Werts von sozialer Kooperation, Fairness, ökologischer und physischer Gesundheit.
Rezensent Uli Müller findet Raj Patels kritische Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus rundum überzeugend. Der Autor, Ökonom und Aktivist, führt für ihn anhand der historischen Entwicklung beispielhaft klar vor Augen, warum der Kapitalismus in eine Sackgasse geraten ist. Deutlich wird Müller auch, dass der Kapitalismus für Probleme wie Hunger, Armut und Klimakatastrophe keine wirkliche Lösung bietet. Er attestiert dem Autor ein "tiefes Verständnis" für wirtschaftliche Zusammenhänge, die sehr verständlich und in einfacher Sprache dargelegt würden. Müller hebt hervor, dass Patel nicht bei der Analyse verharrt, sondern Alternativen aufzeigt. Als ersten Schritt nennt er in diesem Zusammenhang die Forderung des Autors nach einer Demokratisierung des Expertenwissens und der Ressourcen. Müllers Fazit: "Es ist wohltuend, Bücher von solcher Klarheit zu lesen."
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…