Von Hubert Wolf, Dominik Burkhard und Ulrich Muhlack.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2003
1841 wurde Leopold Rankes Papstgeschichte auf den Index der Katholischen Kirche gesetzt. Wie diese Indizierung zustande kam und warum sie so bedeutend war, findet der Rezensent Thomas Brechenmacher in dem Forschungsbericht von Hubert Wolf, Dominik Burkhard und Ulrich Muhlack "höchst bemerkenswert" ausgearbeitet. Im ersten Teil des Buches rekonstruieren Wolf und Burkhard die Verfahren gegen Ranke und greifen dabei auf das seit 1998 zugängliche Archiv der Indexkongregation zurück, erklärt Brechenmacher. "Dass Ranke den päpstlichen Primat nicht als Glaubenssatz, sondern als historisch gewachsen und ergo als Veränderungen unterworfen" darstellte, identifizieren die Autoren "wohlabwägend" als ausschlaggebenden Faktor für die Indizierung. Der Rezensent gewinnt hier aber auch Erkenntnisse "über die Kräftefelder innerhalb einer kurialen Kongregation". Auch damals spielten bei Entscheidungen "Konstellationen mit, die außerhalb der Causa selbst liegen, politische Umstände, persönliche Netzwerke, Rivalitäten", stellt Brechenmacher fest. Brechenmacher pflichtet Muhlack, der das Verbot des Werks als "Ergebnis ultramontaner Mobilmachung" analysiert, im Großen und Ganzen bei und freut sich über das von den Autoren "mustergültig aufbereitete und zu fesselnder Lektüre verdichtete Kernproblem der Moderne, dem Zusammenprall zweier 'Wissenskulturen', der neuen historisierenden, relativierenden und der traditionellen Wissenskultur des Glaubens".
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