Klappentext

Gerade ist Daniel zum Studieren aus der Provinz nach, klar, Berlin gezogen. Auch um sich Fil, seinem Erzeuger, anzunähern, der für ihn bisher mehr ein Gerücht als ein Vater war. Aber ausgerechnet jetzt erkrankt Fil schwer, und wieder ist der Sohn allein: mit allen Fragen - und dem Schlüssel zu Fils Wohnung. Nur widerwillig dringt Daniel in die väterliche Lebenssphäre ein, zu dessen Freunden, Leidenschaften und Idealen, den Abgründen und Widersprüchen. Doch dann läuft ihm die mysteriöse Dem über den Weg und Daniel weiß schon bald nicht mehr, was in seinem Leben wahr ist und was richtig. Aus der Suche nach dem Vater wird eine Suche nach sich selbst, die Daniel quer durch Europa, von der Facebook-Gegenwart zum militanten Widerstand der 1980er Jahre führt, bis er vor einer Entscheidung steht, der er nicht mehr ausweichen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.12.2012

Der übliche Vater-Sohn-Konflikt spielt sich zwischen konservativem Vater und rebellischem Sohn ab. In seinem Roman "Der Eindringling" hat Raul Zelik die Vorzeichen umgedreht, fasst Sabine Peters zusammen: Hier ist der Sohn, Daniel, ein konservativer Langweiler und der Vater, Fil, ein politischer Aktivist mit autonomem Hintergrund. Der bei seiner Mutter aufgewachsene Daniel nähert sich Fil in einer schweren gesundheitlichen Krise an, aber so schlimm schematisch, wie sich die Beschreibung anhört, läuft es im Buch nicht ab, versichert die Rezensentin. Zelik schildere die Vater-Sohn-Annäherung "dankenswerterweise nicht als stringente, logische oder gar rührende Geschichte", betont Peters, die sich von der komplexen, differenzierten und hochaktuellen Darstellungsweise sehr angetan zeigt. Zweifelsfrei zählt Zelik für sie "zu den diskussionswertesten Schriftstellern, die in diesem Herbst Romane mit politischen Inhalten veröffentlichten."
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