Es geschieht beim Hören von Musik. Bei einem Aufenthalt in der Wüste. Oder im Traum. In Bildern kreist Rebecca Solnit um die Angst vor dem Verlorensein und die Sehnsucht nach dem Neubeginn und zeigt, wie gut es uns tut, wenn wir unsere Ängste überwinden und unseren Gewohnheiten die Neugier auf das Unbekannte entgegensetzen. Sich verlieren, um sich wiederzufinden. Dieser Gedanke ist vor allem aus dem Buddhismus bekannt, doch gibt Rebecca Solnit ihm eine eigene Bedeutung. Ob der Siedler, der beim Aufbruch ins Unbekannte alles zurücklässt, im fremden Land aber eine neue Kultur findet. Ob das Erleben der Wüste als Ort der Introspektion. Oder die Erkenntnis von der Unwiederbringlichkeit der eigenen Kindheit. Erst wenn wir uns vom allzu Bekannten lösen, vermögen wir uns neu zu entdecken.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.09.2020
Gerd Brendel findet leider keinen anderen als seinen persönlichen Zugang zu Rebecca Solnits Erzählungen über die als Mohawk lebende Puritanerin Eunice Williams und die Erlebnisse von Solnits jüdischer Familie auf dem Weg in den amerikanischen Mainstream, von Irrfahrten und Heimatlosigkeit. Dass Solnit im Stil Thoreaus über Erlebnisse in amerikanischen Nationalparks schreibt und nicht über Drogentrips und den Burning Man, findet er "wenig wegweisend".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.07.2009
Ganz klar wird einem aus Sylvia Staudes durchaus empfehlend gemeinter Kritik nicht, warum man dieses Buch lesen sollte und wen sich die Autorin eigentlich als Publikum vorstellt. Es geht um die Kunst sich zu verlieren, buddhistisch inspiriert. Was Staude dazu erzählt, klingt ein bisschen nach Stammtischpsychologie, aber das Buch sei kein Ratgeber, versichert sie. Also ein philosophischer Essay? Manches klingt interessant, etwa die Ausführungen der Rezensentin zum feinen Unterschied zwischen "sich verlieren" und "sich verirren", der aber tödliche Konsequenzen haben kann, etwa wenn der Ort dieser Erfahrung in einer Wüste liegt.
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