Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.12.2001
Hans-Jochen Vogels Sammlung von Aufsätzen, Reden und Vorträgen seit 1997 beschwört die Widersprüche der Demokratie, die es immer wieder aufleben zu lassen gelte, berichtet Helga Grebing. Vogel setzt sich in seinem Band mit der stetig wachsenden Ökonomisierung der globalen, gesellschaftlichen Ordnungen auseinander, mit der zunehmenden "Unübersichtlichkeit politischer Entscheidungsprozesse" und mit den Chancen der "unmittelbaren Bürgerbeteiligung". Zur Frage Nation nehme der Autor auf differenzierte Art und Weise Stellung, wenn er daran festhalte, dass die Nation trotz der europäischen Einheit ihre Funktion als "Identifikationsmöglichkeit" wahren müsse. Stellung nimmt Vogel auch zu dem Thema Vergangenheitsbewältigung, so Grebing, die er als stetiges, dauerhaftes Erinnern nicht als das Absolvieren von "Betroffenheitsritualen" begreife. Die Geschichte der SPD und ihre Zukunftschancen sind ein weiteres Themenfeld für Vogel. Grebing freut sich, dass Vogel nicht "oberlehrerhaft" auftritt, sondern dass er sich als "nachdenkender und nachdenklicher Zeitgenosse" zeigt.
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