Über drei Jahrzehnte hat der Kafka-Biograf Reiner Stach Daten rund um das Leben von Franz Kafka gesammelt: Er hat eine unendliche Fülle an Material zusammengetragen, gesichtet und ausgewertet. Der Ertrag ist eine ebenso umfassende wie präzise Chronik, die Kafkas privates Umfeld - Familie, Freunde, Geliebte - ebenso einbezieht wie seine Lektüre, die Entstehungsgeschichte seiner Werke, seine berufliche Laufbahn, seine Reisen und die für ihn bedeutsamsten kulturellen und politischen Ereignisse. Außerdem bietet Reiner Stach knappe Zusammenfassungen sämtlicher Briefe und Tagebucheinträge, wodurch Kafkas Reaktionen auf die Ereignisse lebendig werden und sich nicht selten auch verblüffende Parallelen, Widersprüche und Querverbindungen zeigen. Ein Schatz an Informationen, der zum Nachschlagen ebenso anregt wie zum Weiterlesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2018
Laut Rezensent Jeremy Adler liegt mit Reiner Stachs Chronik ein neues Standardwerk vor, das in keiner Kafka-Bibliothek fehlen darf. Auch wenn Adler feststellt, dass Stach nicht den Sinn jedes in seinem Buch aufgezeichneten Tatbestands genau erkennt und der Rezensent neben viel Interessantem auch Überflüssiges und allzu "wortreich" Gefasstes lesen muss, bietet der Band laut Adler spannende Lektüre. Für ihn komplettiert der Autor das von Kafka selbst begonnene Verfahren, die Hintergründe seines Schaffens aufzudecken. Ob es um Kafkas Arbeit an mehreren Texten gleichzeitig geht oder um seine Beziehung zu Geistesgrößen seiner Zeit, der Autor macht "akribisch" ein "faszinierendes Netz" sichtbar, das Kafkas Arbeit besser verständlich macht, findet Adler.
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