Low
David Bowie's Berlin Years

Carlsen Verlag, Hamburg 2024
ISBN
9783551793638
Gebunden, 176 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
1976 ist David Bowie auf dem Höhepunkt … seiner Drogensucht. Von Paranoia und Starrummel zerrüttet, flieht er aus dem grellen Los Angeles nach (West-) Berlin. In der Stadt, in der jeder Gang irgendwann an einer Mauer endet, sollte er sich frei fühlen wie nie. Mit viel Zeitkolorit schildert Reinhard Kleist, wie Bowie sich in Berlin kopfüber ins Gestern, ins Heute und ins Morgen stürzt: Mit Romy Haag erkundet er die Dekadenz der wilden Zwanziger, mit Iggy Pop taucht er ein in die Musik von Kraftwerk und Tangerine Dream. Und in den Hansa Studios im Schatten der Berliner Mauer erwächst dem Geist der Vergangenheit seine visionärste Musik. In Berlin werden Ziggy Stardust, Halloween Jack, der Thin White Duke zu David Bowie …
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.02.2025
Rezensent Christian Gasser schwelgt in Reinhard Kleists Bowie-Comic (oder sollte man sagen: Berlin-Comic?). Was Bowie an der Stadt anzog (Weimar, Brecht, Romy Haag), zeichnet Kleist laut Gasser in leuchtenden Farben. Das Kunststück: Kleist reiht nicht einfach Biografisches aneinander, sondern dringt tief in Bowies Leben und Werk ein, meint Gasser. Die Spannungen zwischen Bowie und Iggy werden dabei ebenso sichtbar wie Bowie Wunsch nach Normalität, staunt Gasser. Wie Berlin den Künstler veränderte, lässt sich mit Kleists sprunghafter, gut verdichtender Erzählweise prima nachvollziehen, findet der Rezensent. Ein vielschichtiges Porträt Bowies und der Stadt zwischen 1976 und 1979, so Gasser. Nur die Musik selbst kommt etwas kurz, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.01.2025
Rezensent Jakob Biazza stört die selektive Gewichtung in Reinhard Kleists Comic über Bowie in Berlin nicht übermäßig. Dass der Autor etwa einem Effektgerät eine ganze Seite widmet, scheint Biazza eher spannend zu finden. Mitreißend auch, wie Kleist, der schon Johnny Cash und Nick Cave in Comics verewigt hat und nun schon den zweiten Band zu Bowie veröffentlicht, den Metamorphosen des Briten weiter folgt, meint der Rezensent. Bowies Cleanwerdung in Berlin-Schöneberg, Radtouren an der Mauer, Besuche in Plattenläden, Diskussionen mit Iggy und Lennon, all das fasst der Autor laut Biazza letztlich schlüssig zusammen. Auf die Geschichte von Bowie und dem "Babygroupie" Lori Mattix muss der Leser allerdings verzichten, räumt Biazza ein.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 02.12.2024
Dass David Bowie in Berlin gelebt hat, ist auch schon fast fünfzig Jahre her, weiß Rezensentin Stephanie Grimm, trotzdem liest sie auch den zweiten Teil von Reinhard Kleists Comicbiografie über den Popstar und seine Zeit in der deutschen Hauptstadt mit Gewinn. "Wagemutige Farbkontraste" des Koloristen Thomas Gilke tragen dazu bei, Bowies Berlin-Geschichte assoziationsreich zu erfahren, etwa seine Faszination mit den wilden Zwanzigern oder das Verhältnis zu Mitbewohner Iggy Pop, erfahren wir. Letzteres ist oft mythisch überhöht worden, dem setzt Kleist lustige Szenen entgegen, in denen Iggy Pop in einer Telefonzelle steckenbleibt und Bowie ohne ihn weiterspaziert, nicht merkend, dass seinem langen Monolog keiner mehr zuhört. Grimm ist jedenfalls erfreut über diese erfrischend bunte Biografie.